29.08.2003 · Die Stromversorgung in Deutschland ist offenbar ungesicherter als bisher bekannt. Zumindest an einem Tag in diesem August drohte ein großflächiger Ausfall der Netze, wie aus Kreisen der Energiewirtschaft zu hören ist.
Die Stromversorgung in Deutschland ist offenbar ungesicherter als bisher bekannt. Insbesondere im "Jahrhundertsommer" dieses Jahres drohte zumindest an einem Tag im ablaufenden Monat ein großflächiger Ausfall der Netze, wie aus Kreisen der Energiewirtschaft zu hören ist. Dies widerspricht dem allgemein verbreiteten Bild insbesondere nach dem großen Stromausfall in den Vereinigten Staaten Mitte August, nach dem die Energieversorgung in Deutschland auch in Extremsituationen sicher sei.
Nur die ENBW in Karlsruhe warnte am 12. August vor Teilabschaltungen für den Fall, daß die Hitzeperiode andauere. Der RWE-Konzern habe auf dem Höhepunkt der Hitzewelle einen Krisenstab eingerichtet, heißt es jetzt, und die industriellen Großverbraucher dringend gebeten, ihre Nachfrage nach Strom zurückzufahren. Der Energieversorger hat dies dementiert; bei den Kraftwerken habe es nur geringe Einschränkungen gegeben, bekräftigte ein Sprecher.
Joachim Schneider, Vorstand im Branchenverband der Elektrotechnik (ZVEI) und Vorstandsmitglied des Kraftwerksausrüsters ABB in Mannheim, sagte allerdings jetzt in einem Interview mit dieser Zeitung, in diesem Sommer hätten geplante Revisionen und Abschaltungen der Kraftwerke durch die Erwärmung der Flüsse zu einer "kritischen Versorgungssituation" geführt. Zwar sei kein Blackout amerikanischen Ausmaßes zu befürchten gewesen, aber die ebenfalls schwierige Lage der europäischen Nachbarn habe auch Stromimporte "nahezu unmöglich" gemacht.
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