06.09.2005 · Kompetenzzentren haben Konjunktur. Wie die deutsche Energie-Agentur, die sich um Energiefragen kümmert. Das tun Wirtschafts- und Umweltministerium auch. Ist diese Agentur wirklich nötig?
Von Inge KloepferDas Bundeswirtschaftsministerium kümmert sich um Energiefragen und -märkte, das Umweltministerium ebenso. Und seit fünf Jahren auch die Deutsche Energie-Agentur. Die Agentur gehört zur Hälfte der Bundesrepublik Deutschland, zur anderen Hälfte der staatseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Auf 80 Mitarbeiter hat sie es inzwischen gebracht, 15 Millionen Euro bekommt sie vom Staat. Wirtschaftsminister Clement sitzt im Aufsichtsrat, ebenso seine Kollegen Manfred Stolpe und Jürgen Trittin und noch zwei Vorstandsmitglieder der KfW.
Eine eigene fette Agentur für den Staat?
Die Agentur kümmert sich um Projekte, Kampagnen, Strategien, den Aufbau von Netzwerken mit "Partnern in Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Verbraucherschutz und Umwelt" - als, wie sie sich selbst nennt, bundesweites Kompetenzzentrum für Energieeffizienz. Kompetenzzentren haben Konjunktur, Themen gäbe es viele. Die Einführung eines Gebäudeenergiepasses ist sicher wichtig - nur fragt man sich, ob der Staat dazu gleich eine eigene fette Agentur braucht.
Inge Kloepfer Jahrgang 1964, Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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