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Energie Eon klagt im Streit um Endesa-Übernahme gegen Acciona

16.10.2006 ·  Eon verklagt den spanischen Konkurrenten Acciona vor einem New Yorker Gericht wegen irreführender Angaben gegenüber der amerikanischen Börsenaufsicht. Damit will Eon verhindern, daß Acciona weitere Aktien des Übernahmekandidaten Endesa kauft.

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Im Kampf um die Übernahme des spanischen Konkurrenten Endesa greift Deutschlands größter Energieversorger Eon jetzt zu juristischen Mitteln. Vor dem New Yorker Bundesgericht verklagte der Düsseldorfer Energieriese den spanischen Konkurrenten Acciona. Eon wirft Acciona vor, beim Erwerb eines großen Endesa-Aktienpakets gegenüber der amerikanischen Börsenaufsicht SEC irreführende Angaben über seine strategischen Ziele gemacht zu haben.

Ziel der Klage sei es, einen weiteren Kauf von Endesa-Aktien durch Acciona zu verhindern, teilte Eon am Montag in Düsseldorf mit. Acciona selbst wies die Vorwürfe entschieden zurück. In dem Fall soll es am 20. Oktober eine erste Anhörung geben.

Accionas Vorstoß treibt Eons Angebot in die Höhe

Der spanische Bau- und Energiekonzern Acciona war Ende September überraschend in den Übernahmekampf um Endesa eingestiegen, hatte quasi im Handstreich mehr als zehn Prozent der Aktien erworben und angekündigt seinen Anteil auf bis zu 25 Prozent aufstocken zu wollen. Nach dem Auftauchen des unerwarteten Rivalen hatte Eon sein Kaufangebot für Endesa drastisch - von 27 auf 37 Milliarden Euro - erhöht, ohne aber damit einen Schlußstrich im Übernahmekampf ziehen zu können.

In der in New York eingereichten Klage wirft Eon Acciona nun vor, im Zusammenhang mit dem Kauf des milliardenschweren Aktienpaketes irreführende Angaben über seine strategischen Zielen bei Endesa gemacht zu haben. Außerdem gebe es keine Klarheit bezüglich des von Acciona bereits kontrollierten Aktienbestandes sowie über Accionas Vereinbarungen mit Dritten im Zusammenhang mit dem Aktienerwerb. Eon wolle durch die Klage Acciona zu einer Richtigstellung der Veröffentlichung veranlassen und einen weiteren Kauf von Endesa-Aktien durch den Baukonzern verhindern, betonte das Unternehmen.

Acciona wies die Vorwürfe zurück. Eons Unterstellung, Acciona agiere bei seinen Aktienkäufen in Absprache mit spanischen Konzernen wie Gas Natural und La Caixa oder arbeite gar mit der spanischen Regierung zusammen, um den Einstieg des Düsseldorfer Konzerns bei Endesa zu blockieren, sei vollständig aus der Luft gegriffen, betonte das Unternehmen.

Acciona wirft Eon Unfähigkeit vor

Acciona habe von Anfang an deutlich gemacht, daß es ein strategisches Interesse an Endesa habe und die Transaktion auf eigene Rechnung und im Interesse der eigenen Aktionäre und Beschäftigten durchführe, hieß es in einer Erklärung des Unternehmens. Immerhin sei der Acciona-Aktienkurs seit Bekanntgabe der Aktienkäufe um fast zehn Prozent und der Kurs der Endesa-Aktien sogar um fast 16 Prozent gestiegen.

Eons Versuch, diese rein spanische und europäische Angelegenheit vor ein amerikanisches Gericht zu ziehen, beweise die Unfähigkeit des Konzerns, seine Ziele am Markt oder vor europäischen und spanischen Gerichten zu erreichen.

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Von Holger Steltzner

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