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ENBW-Affäre Notheis entschuldigt sich für Ton in E-Mails

 ·  Er bezeichnete die Kanzlerin als „Mutti“, und auch sonst waren Notheis’ Mails an Mappus recht flapsig. Nun entschuldigte sich der frühere Deutschland-Chef von Morgan Stanley für den Tonfall.

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Die E-Mails von Dirk Notheis hatten für Entsetzen gesorgt: gleichgültig, ob der damalige Deutschland-Statthalter der Investmentbank Morgan Stanley sie an seinen Kollegen in Frankreich richtete oder an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus: es entstand bei der Lektüre der Eindruck, als habe es sich beim 5-Milliarden-schweren Kauf von ENBW-Aktien im Jahr 2010 um ein Pokerspiel gehandelt.

„What a movie...“, schrieb Notheis selbst, als in der Nacht vor Vertragsunterzeichnung ein kniffliges Problem gelöst war. Zuvor hatte er Mappus geraten, notfalls die Bundeskanzlerin um Hilfe zu bitten, „Mutti“, wie Notheis sie nannte.

Gut drei Monate, nachdem Morgan Stanley die Mails dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Verfügung stellte, entschuldigt sich Dirk Notheis nun in einem Brief an den Vorsitzenden des Ausschusses und die Landtagsabgeordneten: „Ich kann manches geschriebene Wort nicht mehr rückgängig machen. In diesem Sinne würde ich mich sehr freuen, wenn Sie meine aufrichtige Entschuldigung hierfür annehmen“, schreibt Notheis: „Es war ein Fehler, den ich persönlich zu verantworten habe.“

Durch die unangemessene und unprofessionelle Sprache, die er im Zuge seines Beratungsmandats verwendet habe, und die bisweilen private Diktion in den Mails sei der Eindruck entstanden, politische Entscheidungsträger des Landes seien in ihren Entscheidungen von ihren Beratern getrieben worden, räumt Notheis ein: „Ich kann im heutigen Lichte nachvollziehen, dass es zu dieser Perzeption kommen kann.“

Mehr als diese Entschuldigung hat der Untersuchungsausschuss von Notheis aber nicht zu erwarten. Insbesondere entzieht er sich einer weiteren Befragung: da die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Untreue aufgenommen hat, kann der Banker, der in diesem Sommer seinen Posten bei Morgan Stanley verlor, von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen. Für das Jahresende hat die Staatsanwaltschaft einen Zwischenbericht zu den Ermittlungen in Aussicht gestellt. Ermittelt wird auch gegen Stefan Mappus sowie den damaligen Staatsminister Helmut Rau und den damaligen Finanzminister Willi Stächele.

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Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

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