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ENBW-Affäre Dirk Notheis tritt ab

 ·  Der wegen der ENBW-Affäre umstrittene Investmentbanker Dirk Notheis ist nach Informationen der F.A.Z. aus dem Vorstand der Bank Morgan Stanley ausgeschieden. Notheis hatte beim ENBW-Kauf maßgeblich Regie geführt.

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Der in der ENBW-Affäre umstrittene Investmentbanker Dirk Notheis ist nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mittlerweile aus dem Vorstand der Bank Morgan Stanley ausgeschieden. Das bestätigte die Bank der F.A.Z..

Notheis hatte beim Kauf des Energieversorgers ENBW im Herbst 2010 maßgeblich Regie geführt und in zuerst von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung veröffentlichten E-Mails dem damaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus detaillierte Anweisungen gegeben. Nach Bekanntwerden der E-Mails hatte Notheis sein Amt zunächst ruhen lassen und erklärt, er nehme eine „Auszeit“. Seit dem 6. Juli hat er seinen Posten nun endgültig verlassen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Gegen Mappus und Notheis ermittelt mittlerweile die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Untreue. Der baden-württembergische Rechnungshof hatte zuvor das Verfahren in einem Gutachten stark kritisiert. Die Prüfer monierten vor allem, dass keine echte Preisprüfung stattgefunden habe. Aus den E-Mails wird deutlich, dass Notheis unter anderem eine Preisprüfung durch andere Banken zu verhindern suchte.

So schrieb der damalige Morgan-Stanley-Deutschland-Chef an den mit ihm befreundeten Ministerpräsidenten: „Du wirst Anrufe von zahlreichen Banken bekommen. Sie werden Dich drängen, ihnen ein Mandat zu geben. Du musst das alles ablehnen (!!) und sagen, dass Du bereits vollständig beratungstechnisch aufgestellt bist. Bitte achte darauf, dass Du das durchziehst. Das verursacht sonst erheblich Sand im Getriebe, und das kann ich jetzt nicht gebrauchen.“

Notheis war seit 1999 bei Morgan Stanley angestellt, seit Februar 2009 führte er die Deutschland-Sektion der amerikanischen Investmentbank als Vorstandsvorsitzender. Bereits nach Verkündung des ENBW-Deals war wegen der freundschaftlichen Bande zu Stefan Mappus Kritik an Notheis laut geworden. Die beiden gebürtigen Badener waren früher gemeinsam in der Jungen Union aktiv. Laut Gerüchten soll Notheis seinem Freund Mappus zudem zu dessen erstem Regierungsposten als Staatssekretär verholfen haben.

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Jahrgang 1978, Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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