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Emsland Auch die Transrapid-Teststrecke steht vor dem Aus

11.12.2008 ·  Vor neun Monaten ist das Magnetbahnprojekt in München gescheitert. Nun wird es auch für die Transrapid-Teststrecke im Emsland eng. Ende Juni wird sie vermutlich stillgelegt. Industrie und Bundesregierung sind offenbar nicht mehr bereit, den Fahrbetrieb zu finanzieren.

Von Robert von Lucius
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Neun Monate nach dem Scheitern des Magnetbahnprojektes in München steht nun auch die Transrapid-Teststrecke im Emsland vor dem Aus. Die Versuchsstrecke wird vermutlich Ende Juni kommenden Jahres stillgelegt. Die Industrie wie auch die Bundesregierung sind offenbar nicht mehr bereit, den Fahrbetrieb zu finanzieren.

Die mit einer Milliarde Euro subventionierte Technik der Magnetschwebebahn erlitt in den letzten gut zwei Jahren mehrere Einbrüche. Die geplante Strecke in München zwischen dem Hauptbahnhof und dem Flughafen wird nicht gebaut. Vor allem erlitt das Ansehen des Transrapid einen schweren Rückschlag durch ein Unglück im September 2006, bei dem 23 Menschen starben. Dabei beruhte der Aufprall des Transrapid auf einen Werkstattwagen, so ein Gerichtsurteil, nicht auf Fehlern der Technik, sondern auf Unachtsamkeit von Mitarbeitern und auf organisatorischen Mängeln.

Wichtiges Touristenziel

Die beiden Entwicklungsfirmen Thyssen-Krupp und Siemens sagten dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Walter Hirche (FDP) in Hannover, nach Abschluss einer Versuchsreihe des jüngsten Modells für den Regionalverkehr - die TR 09 erreicht 505 Stundenkilometer - gebe es nicht weiteren Testbedarf. Das Bundesverkehrsministerium, das mit 8 Millionen Euro im Jahr den größten Anteil der Betriebskosten trägt, deutete schon vor einigen Wochen an, seine Zahlungen ebenfalls einzustellen.

Hirche wirbt dafür, die Technologie weiterzuentwickeln, um die Exportfähigkeit der Magnetschwebebahntechnik für Deutschland zu erhalten. Die Unternehmen erwarten aber nach der ersten Strecke in China vom Flughafen Schanghai in die Innenstadt offenbar keine weiteren Großaufträge; ihre gemeinsame Vermarktungsfirma lösen sie auf. Der Landrat des Kreises Emsland, Hermann Bröring, zeigte sich pessimistisch über Rettungsmöglichkeiten; eine endgültige Entscheidung werde bis Weihnachten fallen. Bis zum Aussetzen des Betriebs nach dem Unfall galt die 31,5 Kilometer lange Schleife in Lathen als wichtiges Touristenziel der strukturschwachen Region.

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