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Empörung über Amazon Chancen im Handel

 ·  Die Erfolge der Online-Versandhändler machen dem Einzelhandel Angst. Nun ist Amazon wegen der Behandlung von Leiharbeitern ins Gerede gekommen. Solche Meldungen können die Händler in den Fußgängerzonen nutzen.

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© dapd Vergrößern Wegen schlechter Behandlung von Saisonkräften steht der Online Versandhandel „Amazon“ in der Kritik

Es sind Zahlen, die Einzelhändlern Angst machen: Der Umsatz von Amazon ist in Deutschland im vergangenen Jahr um mehr als 20 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro gestiegen. Der Berliner Onlinehändler Zalando hat es 2012 geschafft, die Umsatzmilliarde zu durchbrechen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl derjenigen Deutschen, die über das Internet einkaufen, in fünf Jahren um 8,8 Millionen Menschen erhöht. Diese Menschen strömen zusätzlich über die virtuellen Einkaufsstraßen von Amazon, Zalando & Co. und geben dieses Geld zum Beispiel nicht mehr in den Geschäften auf der Frankfurter Haupteinkaufsstraße Zeil aus.

10.000 Saisonkräfte für das Weihnachtsgeschäft

Angesichts dieses Erfolgs ist die Empörung über die Arbeitsbedingungen wohlfeil, die vor Weihnachten für einige Leiharbeiter geherrscht haben, die für ein Versandzentrum von Amazon arbeiteten. Denn so oder so ist der Ansturm der Kunden so gewaltig, dass Amazon im Weihnachtsgeschäft zusätzlich zu 8.000 festangestellten Mitarbeitern in Deutschland 10.000 Saisonkräften beschäftigen muss.

Gemessen an diesem Ausnahmezustand, gibt es sogar noch wenige Klagen über Missstände. Und doch liegt in diesen Berichten für Amazon eine Gefahr: Noch hat das Unternehmen einen geradezu freundlichen Ruf. Der wird das größte Pfund künftiger Saisonarbeitskräfte sein, wenn es darum geht, bessere Arbeitsbedingungen zu bekommen.

Die Händler in den Fußgängerzonen haben eine letzte Chance. Sie können solche Meldungen nutzen, um die Kunden von der Qualität ihrer persönlichen Beratung zu überzeugen. Amazon macht es vor: Die Kunden wollen Service - Amazon nimmt alle Waren problemlos zurück, die Auswahl ist riesig.

Um dem etwas entgegensetzen zu können, müssten die stationären Händler ihre Kunden besser kennen, das Wissen über ihre Lebensverhältnisse und Kaufhistorie in der Beratung einsetzen. Hier lässt sich punkten, denn für Amazon sind die Kunden nur nur Daten- und Geldlieferanten. Das ist eine schlechte Nachricht zum Beispiel für anonyme Buchkaufhäuser, aber eine gute für inhabergeführte Stadtteilbuchhandlungen.

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15.02.2013, 17:15 Uhr

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