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Frankreich-Bücher : Macron ist der Star auf der Buchmesse

Emmanuel Macron bei der Eröffnung der Buchmesse Bild: AP

Wie der neue Präsident das Geschäft mit Frankreich-Büchern ankurbelt.

          „Die Zeitbombe im Herzen Europas“, so nannte der „Economist“ Frankreich noch vor fünf Jahren. Die britische Wochenzeitschrift wies einige Monate nach der Wahl François Hollandes zum französischen Präsidenten auf die strukturellen Wirtschaftsprobleme des Landes hin. Auch hierzulande war man sich damals weitgehend einig: Frankreich ist wirtschaftlich abgehängt. Wie sehr sich die Wahrnehmung nach dem Wahlsieg des neuen Präsidenten Emmanuel Macron geändert hat, lässt sich diese Woche auf der Frankfurter Buchmesse besichtigen.

          Frankreich ist das Gastland, und Macron ist der Star. Eileen Keller vom Deutsch-Französischen Institut (DFI) sagt es etwas zurückhaltender: „Macron ist und bleibt ein großer Hoffnungsträger – auch in Deutschland.“ Seit seiner Wahl sei das Interesse der Deutschen an Frankreich gestiegen, der Sieg Macrons habe zu einer gewissen „Wiederbelebung der deutsch-französischen Beziehungen“ geführt. Mit einem „für französische Verhältnisse sehr wirtschaftsliberalen“ Präsidenten, der mit seiner Partei „En Marche“ Aufbruchstimmung verkörpere, werde nun auch die wirtschaftliche Zukunft des Landes positiver gesehen.

          Das zeigen auch die neuen deutschsprachigen Bücher über Frankreich, die nun in Frankfurt vorgestellt werden. „Es ist eine Mischung aus Hoffnung und Vorsicht“, beschreibt Xavier Froidevaux den Grundtenor. Der Bibliothekar am DFI beobachtet, dass die Autoren mit der Person Macron immer die Idee von Hoffnung verbänden. Frankreich ist in ihren Augen nun keine Zeitbombe mehr, sondern treibt Reformen voran. Joseph Hanimanns „Allez la France!“ ist dafür ein besonders gutes Beispiel, soll es doch intern vor der Wahl sogar noch den düsteren Arbeitstitel „Adieu la France“ getragen haben.

          Die Wissenschaft ist mit der Arbeit noch nicht fertig

          Die meisten der seit Macrons Wahl erschienenen deutschsprachigen Frankreich-Bücher stammen von Journalisten oder sind Sammelbände wie „Was ist los mit Frankreich? Von politischer Zersetzung zu sozialer Neuordnung“, herausgegeben von Ulrike Guérot und Elisabeth Donat. Wissenschaftliche Abhandlungen brauchen mehr Zeit als die vergangenen fünf Monate. Professor Henrik Uterwedde, vormals stellvertretender Direktor des DFI, möchte mit seiner „Länderkunde“ jedenfalls nur einen „knappen, problemorientierten Überblick“ bieten – und zitiert darin als Erstes selbstverständlich Emmanuel Macron. Der neue Präsident ist auch der Protagonist zahlreicher Biographien und Analysen. In Frankreich muss er sich kritischeren Betrachtungen stellen, etwa in „Macron&Co“. Darin schreibt Mathieu Magnaudeix, Journalist der Internetzeitung Mediapart, auf Französisch über Macrons Netzwerk, seine Beziehungen zu den Banken und in die Wirtschaft.

          Die Welle von Büchern mit überwiegend positivem, hoffnungsvollem Ton kommt Xavier Froidevaux, dem DFI-Bibliothekar, bekannt vor: In Deutschland gebe es so etwas nach fast jeder französischen Präsidentenwahl, sagt er. Zwei Jahre später komme dann meist die große Enttäuschung, da die erste Bilanz des jeweiligen Präsidenten oft negativ ausfalle. Dann heiße es, „die Franzosen versprechen sehr viel und machen gar nichts“.

          Wird das auch in Macrons Fall so sein? Eileen Keller, die Fachfrau für französische Wirtschaftspolitik, sieht wichtige Unterschiede: Macron habe, anders als François Hollande, eine große Mehrheit im Parlament. Er habe zudem seine Reformen – als Wortspiel auch „Macronomie“ genannt – vor der Wahl angekündigt und damit legitimiert. Schon in der Sommerpause habe er unbeliebte Maßnahmen vorangebracht, auch hoffend, dass sie noch vor dem Ende seiner ersten Amtszeit als Präsident Früchte tragen.

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          Texte über Frankreich und seinen neuen Präsidenten sind gefragt. Und in nächster Zeit werden noch mehr geschrieben werden, das sagen französische wie deutsche Verleger schon jetzt. Der Gastlandaufritt Frankreichs, den Macron am Dienstag eröffnen wird, ist für neugierige Leser ein guter Einstieg.

          Auch von unserem Paris-Korrespontenten Christian Schubert ist ein Buch erschienen: „Der neue französische Traum. Wie unser Nachbar seinen Niedergang stoppen will.

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