http://www.faz.net/-gqe-92m4t

Eltern arbeitsunfähig : Doppelt so viele „Kinderkrank“-Meldungen

Eltern meldeten sich im vergangenen Jahr wegen ihrer Kinder doppelt so häufig arbeitsunfähig wie noch vor zehn Jahren. Bild: dpa

Beinahe zweieinhalb Millionen Mal haben sich Eltern im vergangenen Jahr hierzulande arbeitsunfähig gemeldet, weil ihr Kind krank war. Und nicht nur das.

          Die Zahl der Fälle, in denen Eltern sich wegen einer Erkrankung eines Kinds arbeitsunfähig melden, hat sich binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Laut Gesundheitsministerium wurden im vorigen Jahr 2,455 Millionen Fälle registriert, 2007 hatten sich 1,06 Millionen Eltern „kinderkrank“ gemeldet.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

          Auch die Krankheitstage haben sich verdoppelt, von 2,7 auf 5,5 Millionen. Die gesetzlichen Kassen zahlten dafür 223 Millionen Euro, 2007 war es 106 Millionen Euro gewesen.

          Eltern können sich bis zu zehn Tage im Jahr arbeitsunfähig melden, weil ein Kind krank ist. Sie bekommen auf Antrag von der Kasse bis zu 70 Prozent des entgangenen Brutto- oder 90 Prozent des Nettolohnes erstattet. Seit 2015 gilt das auch für die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger.

          Die Grünen-Familienpolitikerin Franziska Brantner, für die das Ministerium die Daten aufbereitete, erklärte, im Berufsalltag laufe nur dann alles gut, wenn niemand in der Familie krank werde. Eltern und vor allem Alleinerziehende stünden unter hohem Druck. „Wir brauchen mehr Zeit für Familien und eine familien-freundlichere Arbeitswelt.“

          Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer nannte es erfreulich, dass immer mehr Frauen nach der Geburt eines Kindes in den Job zurückkehren. Dafür seien gute Rahmenbedingungen wichtig wie bedarfsgerechte Ganztagskinderbetreuung in Kitas, Kindergärten und Schulen sowie ergänzend flexible Lösungen der Betriebe. „Dazu zählt auch die Option, dass Eltern ihr krankes Kind zu Hause betreuen“, sagte er.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Emotionale Erbstücke Video-Seite öffnen

          Uhr, Gitarre, Gartenlaube : Emotionale Erbstücke

          Wir haben unsere Fotografen gebeten, nach Erbstücken zu suchen. Was Vätern ihren Kindern schenken, ist oft seit Generationen im Besitz der Familien. Schön? Hässlich? Kommt es darauf an? Natürlich nicht. Hier geht es um den ideellen Wert. Ein Blick in Schränke, Keller, Rumpelkammern und Garagen.

          Topmeldungen

          Krise in Katalonien : Mit harter Hand gegen die Separatisten

          Die Zentralregierung greift härter als erwartet durch, aus Protest gehen hunderttausende Katalanen auf die Straße. Regionalpräsident Puigdemont bezeichnet Madrids Vorgehen gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens als „schlimmste Attacke“ gegen die Region seit der Franco-Diktatur.
          Thomas Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institutes und Professor an der Universität Witten/Herdecke.

          Mayers Weltwirtschaft : Griechenlands Bankrott

          Es ist nicht zu erwarten, dass Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen wird. Europa muss aufhören, sich etwas vorzumachen.

          Parlamentswahl in Tschechien : Populist Babis klarer Sieger

          Nichts scheint Andrej Babis aufzuhalten. Trotz zahlreicher Affären gewinnt der umstrittene Milliardär die Wahl in Tschechien klar. Wohin steuert der „tschechische Donald Trump“ das Land in der Mitte Europas nun?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.