11.06.2012 · Das iPad hat viele Verbraucher von Notebooks und Desktop-Computern weggelockt. Jetzt will Apple zeigen, dass es auch mit seinen Laptops noch Begeisterung wecken kann. Das Zugpferd soll ein neues Mac Book Pro werden.
Von Stephan FinsterbuschRichtlinien für Lesermeinungen
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Kleiner Lobgesang, nach beinahe 30 Jahren
1985 schleifte mich ein Freund auf einer Frankfurter Computermesse zu
einem Stand, auf dem ein würfelförmiges Etwas stand.
„Das ist die Zukunft“, grinste er.
Er hatte Recht. Ich sah zum ersten Mal einen Computer, der zum Spielen
einlud, der seine Technologie verbarg, anstatt mit ihr zu protzen. In
den vergangenen 27 Jahren waren alle meine wirklich brauchbaren Computer
Macs - elegante, zuverlässige Maschinen, die ihrem Zweck dienten,
ohne das Auge zu beleidigen. Heute ist Apple kurz vor einem Ziel, das
die meisten anderen Hersteller nicht einmal auf dem Radar haben: dem
Verschwinden der Maschine hinter den Aufgaben Produktivität und
Kreativität. Computer, die kaum als solche zu erkennen sind (iPad,
das neue MBP), die aber aufs Wort hören. Dass Macs und
iOS-Geräte „teuer“ seien, kriege ich nur noch von
Menschen zu hören, denen ihre eigene Zeit nicht viel wert ist
und/oder die gerne „schrauben“. OK - jedem das seine. Ich
freue mich wie Bolle auf iOS 6 und den Berglöwen.
Für diejenigen, die es noch immer nicht gemerkt haben:
Das "Duell" Apple gegen Samsung ist nichts weiter als eine
riesige Marketingaktion. Die Spitzen gegen den Konkurrenten vor eigenem
Publikum gehören ebenso dazu wie die Flut an eigenartig
wirkungslosen Gerichtsverfahren. Der Effekt ist ein dreifacher: Beide
Hersteller mobilisieren ihre Gefolgschaft, die zuverlässig jedes
neue Gerät kauft; beide Hersteller bekommen Unmengen kostenloser
Publicity (man rechne das Medienecho einmal in kostenpflichtige Anzeigen
um!), und letztlich werden alle anderen Wettbewerber fast komplett aus
der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt.
Wären Apple und Samsung wirkliche Gegner, dann würde Samsung
sicher nicht Speicher, CPU's, Chipsätze und Bildschirme (iPad 3!)
für Apple bauen, und Apple würde dem Konkurrenten nicht
Milliardenbeträge dafür zahlen.
Beide stehen zurzeit glänzend da: Samsung ist Weltmarktführer,
Apple eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Zufall...?
Fast komplette Zustimmung
Nur der Teil mit der Gefolgschaft, der ist nicht bei beiden gleich. Ich
kenne niemand, der zuverlässig jedes Samsung-Gerät kauft. Eher
daß man durch die ganze Publicity Samsung als
Smartphone-Hersteller schon kennt, wenn man ein Android-Smartphone sucht.
Samsung betreibt keinen Kult und hat keine Jünger. Dafür als
Hersteller umso erfolgreicher, auch von Fernsehern usw., weil
überall vorne mit dabei in Qualität und Funktionen. Sowas wie
das Samsung Note (Mischung aus Smartphone und Tablet) würde bei
Apple nicht ohne mehrere Wallfahrten und unendliche Lobpreisungen der
Presse auf den Markt kommen. Das Samsung-Gerät überzeugt
einfach durch "praktisch" und verkauft sich wie warme Semmeln.
Kein Zufall
Den selben Gedanken habe ich auch. Denn wenn man von Tablets spricht,
fallen einem spontan iPad und GalaxyTab ein. Denkt man weiter nach, dann
am ehesten noch das Amazon Kindle Fire, was es hier aber nicht gibt und
dann irgendwann vielleicht die anderen Marken. Etwas abgeschwächt
bei den Smartphone. Jeder kennt iPhone, jeder die Galaxy-S-Reihe. Und
dann erst kommen htc, Sony usw.
Aber das muss man Apple und Samsung lassen: Das haben sie gut
hinbekommen. Beide sind an der Weltspitze in Sachen Technologie und der
Rest ist irgendwo viel weiter unten.
Ohne Zweifel ist das neue MacBook Pro mit Retina Display für sich ein tolles Produkt. Betrachtet man jedoch die gesamte Keynote, so finde diese eher enttäuschend! Besonders die Vorstellung von OS X Mountain Lion bereitet mir persönlich Bauchschmerzen. Anstatt auch Neuerungen für den professionellen Sektor vorzustellen, der anfangs besonderen Wert für Apple hatte, wird das System jetzt mit Facebook-Anbindungen und Sharing-Apps zugetackert. Nach den neuen Nutzungsbedingungen halte ich diese tiefe Verankerung im System von Facebook für sehr fragwürdig.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.06.2012 12:59 UhrSehe ich auch so
wobei das Retina-Pro SEHR teuer ist, und die angebliche Batterielaufzeit von 7 Stunden eher unrealistisch ist. Da waeren Tests abzuwarten. Und alle anderen Rechner-updates sind eher enttaeuschend, etwas mehr Lestung und etwas mehr Speicher zu gestiegenen Preisen. Und beim Mac-Pro (der wohlweislich inder Keynote nicht erwaehnt wurde) werden nun Prozessoren von 2010 verwendet, und das ohne Thunderbolt und ohne USB 3...
Man kann die Social-Funktionen links liegen lassen ...
Wir sollten unsere Tränen trocknen ;) - auch ich war
enttäuscht, dass es keine neuen iMacs gab und das Mac Pro-Update
sehr bescheiden ausfiel. Der Desktop bedeutet Apple nicht mehr viel.
Schade, ja.
Aber was die Social-Media-Funktionalität angeht, würde ich
sagen: Einfach ignorieren, wenn Sie es nicht brauchen. Alle diese
Share-Funktionen liegen unter einem einzigen Button. Da kann ich das
geliebte Twitter andocken und ein anderer Facebook (das ich auch nicht
mag), Sie vielleicht gar nichts. Ist doch OK.
Schlussendlich ist natürlich absehbar, dass Apple das Profisegment
nur noch sporadisch versorgt. Leider. Der Mac macht nur noch 13 % des
Konzernumsatzes aus, und die Profis sind hier wiederum ein Bruchteil.
Aber den soliden BSD-Kern und die Profi-Anwendungen Dritter (z.B.
Premiere statt Final Cut Pro X) nimmt Ihnen ja niemand weg. Insofern
würde ich sagen: Wir werden mit dem Massenerfolg leben können
und müssen.
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