Die Quartalszahlen des weltweit zweitgrößten Elektronikkonzerns Sony waren schlecht. Für das erste Geschäftsquartal meldet das japanische Unternehmen einen Verlust von 244 Millionen Dollar. Die Sparten Unterhaltungselektronik und Videospiele arbeiteten wie erwartet defizitär, einzig der Musik-Bereich konnte schwarze Zahlen schreiben.
Sony hatte sich bereits auf diese Tendenz eingestellt und ein zweites Standbein mit der Mobiltelefonproduktion aufgebaut. Diese Sparte soll ausgebaut werden, nicht zuletzt seit sich Sony und Ericsson entschlossen haben, in einem Joint-venture die Handyproduktion gemeinsam zu führen. Beide Konzerne wollen zusammen, so die Vorgabe, mittelfristig Nokia vom Handythron stürzen.
Da ist Tempo gefragt. Nokia hat einen globalen Marktanteil von 35 Prozent, Ericsson verzeichnet rund acht, Sony gerade zwei Prozent. Dennoch erscheint das Ziel zumindest theoretisch nicht unerreichbar - denn mit Einführung der GPRS- und UMTS-Funktechnologien werden die Karten auf dem Handymarkt neu gemischt.
Handygeschäft eine große Gefahr
Aber der Start des ehrgeizigen Projekts ist schon gründlich misslungen. Sony musste im ersten Quartal 1,1 Millionen defekte Mobiltelefone zurücknehmen, aufgrund von Softwareproblemen - das entsprach der Hälfte aller ausgelieferten Endgeräte- Kostenpunkt im vergangenen Quartal: 97 Millionen Dollar - das entspricht knapp der Hälfte des Gesamtverlustes.
„Sonys Profite werden in ein tiefes Loch fallen, wenn die Handys technisch nicht verlässlich sind“, urteilt Alan Bell, Analyst bei Credit Suisse First Boston Securities. „Zudem spielt Sony hier mit seinem guten Namen in den anderen Geschäftsbereichen und könnte die Macht verlieren, einen Premiumpreis für seine Produkte zu verlangen!“