Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung vermeldet abermals einen Rekordgewinn. Wahrscheinlich hat die reißende Nachfrage nach seinen Galaxy-Smartphones dem Hersteller die guten Zahlen beschert. Der operative Gewinn sei binnen Jahresfrist um 79 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar (6,7 Billionen Won) gestiegen, teilte Samsung am Freitag mit. Gegenüber dem ersten Quartal ist dies eine Steigerung von 14,5 Prozent.
Das Unternehmen gab am Freitag keine Details zu den Sparten oder andere Zahlen bekannt. Analysten gehen allerdings davon aus, dass vor allem das Handygeschäft deutlich zugelegt hat. Dort dürfte sich der Umsatz auf 24 Billionen Won fast verdoppelt haben - der operative
Gewinn der Sparte soll den Schätzungen zufolge auf rund 4,4 (Vorjahr: 1,67) Billionen Won gestiegen sein. Samsung hat vor kurzem Nokia als weltgrößten Handyproduzenten abgelöst und liegt auch bei den hochwertigen und gewinnträchtigen Smartphones vorne. In diesem Markt streiten sich die Südkoreaner mit dem amerikanischen Konzern Apple um die Vorherrschaft.
Regelmäßige Patentklagen
Beide Unternehmen überziehen sich regelmäßig mit Patentklagen. Zuletzt hatte Apple hiermit in den Vereinigten Staaten einen Erfolg erzielt. Samsung darf das Gerät Galaxy Nexus vorerst nicht mehr in den Vereinigten Staaten verkaufen.
Die juristischen Gefechte mit Apple sind deswegen so pikant, weil die Amerikaner auch einer der wichtigsten Kunden der Samsung-Chipsparte sind. Dort kämpft Samsung mit fallenden Preisen und einem rückläufigen PC-Markt. Hier rechnen die Experten mit einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal.
Sorgen bereitet den Koreaner zudem die Schuldenkrise in Europa. Diese könnte die Nachfrage nach Fernseh- und Haushaltsgeräten beeinträchtigen. „Europa ist unser größter Markt für Verbraucherelektronik und wir könnten gezwungen sein, Kosten zu senken und Preise zu erhöhen, sollte der Euro weiter fallen“, sagte ein Manager, der anonym bleiben wollte, da die Pläne noch intern sind. „Unsere Smartphones gehen weg wie warme Semmeln, aber das verzerrt die Perspektive.“ Die schwache Weltwirtschaft und der schwache Euro seien eine Herausforderung.