29.04.2010 · Weil viele Staaten Geld für die auf Jahre hinaus teuren und leistungsschwachen Elektroautos geben, wird wohl auch Deutschland den Markt erkaufen. Irgendwo zwischen Akropolis, Banktürmen und Opel-Blitz werden sich ein paar Milliarden Steuergeld auftreiben lassen. Leider.
Von Holger AppelNoch weiß niemand, in welche Zukunft das Elektroauto fährt. Aber dahin fährt es mit voller Kraft. Die Bundeskanzlerin will am Montag zwei Dutzend Spitzenvertreter aus Industrie, Politik und Wissenschaft um sich scharen und Pflöcke für eine nationale Strategie einschlagen. Binnen zehn Jahren sollen eine Million deutsche Elektroautos auf den Straßen rollen. Von China, Amerika oder Frankreich, die den E-Hype mit staatlichen Zuschüssen anheizen, will sich das Land, in dem das Auto erfunden wurde, nicht abhängen lassen. Das geschieht zunächst auf typisch deutsche Weise.
Diverse Arbeitskreise werden mit einer unüberschaubar großen Anzahl von Personen besetzt, auf dass jede Interessengruppe mitreden und ihre Eitelkeit befriedigen kann. Der Schlagkraft ist das kaum dienlich. Sie wäre klüger eingesetzt, man überzeugte - wenigstens - die europäischen Nachbarn, keinen Subventionswettlauf loszutreten. Denn so wird es am Ende kommen: Weil viele Staaten Geld für die auf Jahre hinaus teuren und leistungsschwachen Elektroautos geben, wird auch Deutschland den Markt erkaufen. Irgendwo zwischen Akropolis, Banktürmen und Opel-Blitz werden sich ein paar Milliarden Steuergeld auftreiben lassen. Leider.
Frank-Holger Appel Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
Jüngste Beiträge
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2466 | −0,18% |
| Rohöl Brent Crude | 106,41 $ | −0,41% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?