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Elektroindustrie rechnet mit Abbau weiterer 20000 Arbeitsplätze in diesem Jahr

07.04.2003 ·  Niedrigster Personalstand seit 1960/Umsatz im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent gefallen/Zweitgrößte Branche erwartet bestenfalls eine Stagnation

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ht. FRANKFURT, 19. März. In der deutschen Elektroindustrie werden in diesem Jahr voraussichtlich weitere 20000 Arbeitsplätze wegfallen. Bereits im vergangenen Jahr ist die Zahl der Beschäftigten im zweitgrößten deutschen Industriezweig um knapp 35000 auf 831000 gefallen. "Das ist der niedrigste Stand seit 1960. Seit August 2001, dem Höchststand im letzten Konjunkturzyklus, mußten die Unternehmen unserer Industrie 52000 Beschäftigte abbauen", sagte Dietmar Harting, Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), in Frankfurt.

Der Grund für die schwache Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sieht Harting in einem Geschäftseinbruch: "2002 gingen die Umsätze der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie um fast 4 Prozent auf 154,1 Milliarden Euro zurück. Zusammen mit dem Rückgang des Jahres 2001 ist dies der kräftigste Einbruch, den unsere erfolgsverwöhnte Branche seit dem Kriegsende 1945 hinnehmen mußte", sagte Harting. In diesem Jahr sei bestenfalls das Umsatzniveau des Vorjahres zu erreichen. Ein langer Irak-Krieg könne die Nachfrage zusätzlich belasten.

Entscheidend für die andauernde Schwäche seien der hartnäckige Investitionsstau und eine massive Verunsicherung der Verbraucher vor allem in Deutschland, sagte Harting. Die Inlandsaufträge brachen im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent ein, während die Auslandsorders mit minus 0,6 Prozent fast stabil blieben. Die Auslastung der Produktionskapazitäten ging auf 79,9 Prozent nach 82,8 Prozent im Vorjahr zurück. In diesem Jahr sei allenfalls in Teilbereichen wie elektronischen Bauelementen eine Geschäftsbelebung zu erwarten.

Um die strukturellen Probleme in Deutschland zu lösen, müsse das von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) angekündigte Reformkonzept rasch umgesetzt werden, verlangte der ZVEI. Trotz der konjunkturellen Durststrecke seien Investitionen in Forschung und Bildung unerlässlich. Vor allem arbeitsintensive Standarderzeugnisse und Produkte in hohen Stückzahlen könnten zunehmend im Ausland gefertigt werden. Auch größere mittelständische Unternehmen planten verstärkt Verlagerungen ins Ausland.

dpa sam yyhe ra

ZUS/Elektroindustrie rechnet 2002 mit stagnierendem Umsatz Frankfurt (vwd) - Die deutsche Elektrotechnik- und Elektronikindustrie blickt skeptisch auf das laufende Jahr. Die Branche rechnet 2003 damit, dass "bestenfalls" das Vorjahresniveau beim Umsatz erreicht werden kann. Auch die kalkulierte "rote Null" sei nur dann realistisch, wenn es durch den Irak- Konflikt nicht zu weiteren Belastungen komme, sagte der Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Dietmar Harting, am Mittwoch. Im vergangenen Jahr sei der Umsatz um 3,9 Prozent auf 154,1 Mrd EUR zurückgegangen, die Auftragseingänge seien um glatt vier Prozent geschrumpft. Die Einbußen bei der Produktion bezifferte der Verband auf 5,5 Prozent.

Die Beschäftigtenzahl habe 2002 mit 831.000 den tiefsten Stand seit 1960 markiert. Für das laufende Jahr sei zu befürchten, dass erneut ein Beschäftigungsrückgang verzeichnet werde und 15.000 bis 20.000 Stellen verloren gingen. Maßgeblich für das noch immer schwache konjunkturelle Umfeld sei der "hartnäckige" Investitionsstau und die "massive" Verunsicherung der deutschen Verbraucher gewesen. Entsprechend negativ müsse die Ertragssituation beurteilt werden.

Die Kapazitätsauslastung habe zum Jahresende bei unter 80 Prozent gelegen und drücke auf die Rentabilität. Vor diesem Hintergrund sähen sich die Unternehmen zu noch stärkeren Rationalisierungsmaßnahmen gezwungen, um einem Anstieg der Lohnstückkosten entgegen zu wirken. Besonders negativ habe sich die verhaltene Nachfrageentwicklung im Inland niedergeschlagen. So seien die Inlandsorders im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent gefallen, während sich die Branche im Auslandsgeschäft mit einem Minus von 0,6 Prozent "einigermaßen" habe behaupten können.

Mit Sorge blickt der Verband auf die Wechselkursentwicklung des Euro. Von dem hohen Euro-Kurs gegenüber dem US-Dollar, aber auch gegenüber anderen für die Branche wichtigen Währungen wie dem Yen oder dem chinesischen Renminbi, gehe ein "hohes Risiko" für die weitere Entwicklung aus. Die "Schmerzgrenze" sieht der Verband bei einem Wechselkurs von 1,07 bis 1,10 USD je EUR. Nun sehe man die Kehrseite der Medaille, von der man zuvor profitiert habe.

Entwarung gab der Verband hingegen hinsichtlich Befürchtungen, die politische Diskussion um den Irak-Konflikt könne die Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen in den USA beeinträchtigen. Die überwiegende Mehrheit der befragten Unternehmen verzeichne bislang "keine messbaren Auswirkungen". Die weitere Entwicklung sei aber auch hier schwer abschätzbar.

Die von Bundeskanzler Gerhard Schröder angekündigte "Agenda 2010" gehe prinzipiell in die richtige Richtung, erklärte der ZVEI-Präsident. Sie müsse aber nicht nur zügig umgesetzt, sondern auch noch weiter entwickelt werden.

Dazu gehörten die Bereiche Technologie und Innovation, Infrastrukturentwicklung und Bildung sowie die längerfristige Positionierung Deutschlands im weltweiten Wettbewerb. Als Beispiel nannte Harting unter anderem die Förderung von so genannten Public-Private-Partnership-Modellen im Infrastrukturbereich. +++ Christian Vits vwd/19.3.2002/cv/hab

Elektroindustrie weiter mit trüben AussichtenFrankfurt, 19. Mär (Reuters) - Die deutsche Elektroindustrie hat das Geschäftsjahr 2003 im Grunde bereits abgeschrieben.

"Bestenfalls werden wir in diesem Jahr das Vorjahresniveau beim Umsatz erreichen", bekräftigte der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) frühere Prognosen am Mittwoch in Frankfurt. Diese "rote Null" sei allerdings nur dann realistisch, wenn es durch den Irak-Konflikt nicht zu weiteren Belastungen komme, fügte ZVEI-Präsident Dietmar Harting hinzu.

Hartings Worten zufolge fürchten die Firmen der deutschen Elektroindustrie zusehends eine Belastung der Geschäftsbeziehungen mit Amerika infolge des politischen Streits beider Länder über das Vorgehen in Irak. Bislang verzeichne die Mehrheit der Mitglieder allerdings noch keine messbaren Auswirkungen, hieß es.

2002 waren nach ZVEI-Angaben die Umsätze in der zweitgrößten Industrie-Branche Deutschlands um fast vier Prozent auf gut 154 Milliarden Euro zurückgegangen. Die Produktion sei um 5,5 Prozent geschrumpft und die Zahl der Beschäftigten habe mit 831.000 den tiefsten Stand seit mehr als 40 Jahren erreicht. Es sei zu befürchten, dass in diesem Jahr weitere 15.000 bis 20.000 Stellen abgebaut werden könnten.

Besonders schwach habe sich im vergangen Jahr die Inlandsnachfrage entwickelt, während die Auslandsgeschäfte noch "einigermaßen" stabil blieben.

pew/leh REUTERS

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Von Johannes Ritter

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