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Eisenbahn : Zwei Prügelknaben

Ein Velaro D ICE während einer Testfahrt im vergangenen Sommer Bild: dpa

Der Siemens-Konzern kann acht neue ICE-Züge nicht pünktlich an die Bahn liefern - und das ausgerechnet zum Winterbeginn. Immerhin hatte die Bahn die neuen Schnellzüge nur als Reserve eingeplant - so wenig traut sie dem Zug-Hersteller.

          Wenn in der eisigen Jahreszeit wieder Züge ausfallen oder sich mächtig verspäten, dann gibt es für die frierende Kundschaft nur einen Schuldigen: die Deutsche Bahn (DB). Zur Ehrenrettung des Transportunternehmens sollte man sich schon mal einen weiteren Prügelknaben merken, der zu Recht Prügel verdient: den Elektronikkonzern Siemens.

          Mit ihrer Zugsparte gehören die Münchener zu den wichtigsten Lieferanten der DB. Ausgerechnet jetzt zum Winterbeginn kann das Unternehmen acht versprochene neue ICE-Züge nicht liefern. Bei der Abnahme funktionierte die Software für die Zugsteuerung nicht so wie vorgesehen.

          Bild: dpa

          Nun ist es tatsächlich so, dass Züge immer komplexer werden und damit auch immer mehr ausfallen kann. Dazu gesellen sich lange und umfangreiche Prüf- und Genehmigungsverfahren. Die Reisenden auf den Bahnsteigen interessiert das aber herzlich wenig. Immerhin hat die Bahn die neuen Schnellzüge nur als Reserve eingeplant und nicht für den normalen Betrieb - weil „wir nicht sicher genug waren, ob sie rechtzeitig zur Verfügung stehen“, erläuterte der Schienenkonzern. Das sagt alles aus über das Vertrauen der Bahn in die Bahnindustrie.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

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          Quelle: F.A.Z.

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