01.10.2004 · Der Einzelhandel kommt nicht in Schwung. Auch im August setzte die Branche wieder 0,9 Prozent weniger um als im Jahr zuvor. Der Umsatzrückgang der Kaufhäuser ist deutlich gravierender.
Die deutschen Einzelhändler haben im August nach dem Rückschlag im Vormonat wieder mehr eingenommen. Im Vergleich zum Juli stiegen die Umsätze der Branche saisonbereinigt um real 1,1 Prozent und nominal um 1,0 Prozent, wie das Statische Bundesamt am Freitag mitteilte. Volkswirte bezeichneten die Lage im Einzelhandel als anhaltend schwach.
„Mit gutem Willen kann man von einer Stabilisierung reden", sagte Harald Jörg von der Dresdner Bank. Die nächsten Monate würden zeigen, ob die Branche die Wende zum Besseren schaffe. Hoffnung machte dabei die zuletzt verbesserte Stimmung der Verbraucher sowie die Aussicht auf ein allmähliches Ende des Arbeitsplatzabbaus, das Frühindikatoren anzeigten.
Im September hatte sich das schon sehr schlechte Geschäftsklima im Einzelhandel dem Ifo-Institut zufolge allerdings noch einmal eingetrübt. Die jüngste Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hatte aber eine leichte Verbesserung bei der Stimmung der Konsumenten ergeben. Für das Gesamtjahr hat der Einzelhandel inzwischen auch die Hoffnung auf das erste Umsatzplus seit 2001 aufgegeben und erwartet einen nominalen Umsatzrückgang von 0,5 Prozent.
Umsatz unter Vorjahresniveau
Im August lagen die Einnahmen der Branche abzüglich der Preisveränderungen (real) um 0,9 Prozent und in jeweiligen Preisen (nominal) um 0,4 Prozent unter dem Niveau vom August 2003. „Das Minus zum Vorjahr hat zum Teil mit der kompakten Ferienlage im August zu tun. Die Menschen haben mehr Geld im Ausland ausgegeben als im Inland", sagte Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Die Daten bestätigten insgesamt das Bild eines schwachen privaten Verbrauchs in Deutschland.
Die schwache Nachfrage deutscher Verbraucher und Unternehmen verhindert derzeit ein stärkeres Wirtschaftswachstum in Deutschland. Angesichts des boomenden Exports rechnen die Experten mit 1,5 bis 2,0 Prozent Wachstum in diesem Jahr. „Beim privaten Verbrauch haben wir das Schlimmste hinter uns, aber wir werden im dritten und vierten Quartal nur moderate Zuwächse sehen", sagte Andreas Rees von der HypoVereinsbank.
Umsatzrückgänge hinnehmen mußten im Vergleich zum August 2003 vor allem die Waren- und Kaufhäuser mit einem Minus von durchschnittlich 4,3 Prozent. Auch in den Lebensmittelgeschäften und Supermärkten gingen die Umsätze im Schnitt um 2,9 Prozent zurück. Läden mit Einrichtungsgegenständen (plus 2,2 Prozent), Textilien und Schuhen (plus 3,0 Prozent) sowie kosmetischen und medizinischen Produkten (plus 3,5 Prozent) konnten gegenüber dem Vorjahr dagegen deutlich zulegen. Der Versandhandel verbuchte ein leichtes Minus von 0,5 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2466 | −0,18% |
| Rohöl Brent Crude | 106,41 $ | −0,41% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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