30.11.2003 · Der überraschende Ansturm der Kunden am vergangenen Adventssamstag macht dem Einzelhandel Mut: Er rechnet im Weihnachtsgeschäft mit einem Umsatz von 8 Milliarden Euro und damit wenigstens auf Vorjahresniveau.
Der überraschende Ansturm der Kunden am vergangenen Adventssamstag macht dem Einzelhandel Mut: Er rechnet im Weihnachtsgeschäft mit einem Umsatz von 8 Milliarden Euro und damit wenigstens auf Vorjahresniveau. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels teilte am Samstag aufgrund einer Umfrage unter seinen Mitgliedern in ganz Deutschland mit, etwa die Hälfte der Befragten habe mehr umgesetzt als im Vorjahr. Nur ein Viertel habe weniger eingenommen. Gefragt waren vor allem Unterhaltungselektronik, Spielwaren und Süßigkeiten.
Allerdings sind auch am Wochenende die skeptischen Stimmen nicht verstummt. In den Geschäften im Westen der Republik habe die Unzufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage wieder zugenommen, berichtet das Ifo-Institut auf Grundlage seines jüngsten Konjunkturtests. Die Läger seien voller denn je, viele Unternehmen müßten Preissenkungen vornehmen. Im Osten Deutschlands habe sich die Lage allerdings etwas gebessert. Auch Klaus Wübbenhorst, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), hofft zwar nicht zuletzt mit Blick auf die Steuererleichterungen im kommenden Jahr auf eine Wende im privaten Konsum. Zugleich aber sagte er: "Der Preiskampf setzt sich im Weihnachtsgeschäft fort." Sprecher verschiedener Einzelhandelsketten bestätigten dies.
Deutsche geben weniger aus als andere Europäer
Die deutschen Verbraucher werden in diesem Jahr durchschnittlich etwa 567 Euro zu Weihnachten ausgeben. Dieser Betrag liegt 20 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt von 706 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt das Beratungsunternehmen Deloitte & Touche in einer Umfrage unter 5000 Verbrauchern in Europa, die aber vor dem vergangenen Wochenende durchgeführt wurde. Der durchschnittliche Wert des Geschenkekaufs in den sechs untersuchten EU-Ländern wird demnach 394 Euro betragen. Im vergangenen Jahr waren es noch 446 Euro. Im Vergleich dazu werden die Deutschen im Durchschnitt für 349 Euro Geschenke einkaufen, 2002 waren es 508 Euro. Die Konsumenten in Berlin sind mit 430 Euro am spendabelsten, während die Verbraucher im Westen Deutschlands 353 Euro und im Osten nicht mehr als 312 Euro ausgeben wollen. Insgesamt dürften die Konsumenten in den befragten Ländern in diesem Jahr erstmals seit 1998 weniger für Weihnachten ausgeben.
Zugleich hat das Zukunftsvertrauen mit Blick auf das Haushaltseinkommen 2004 abgenommen. Fast 60 Prozent erwarten nach den Erkenntnissen der Unternehmensberatung ein geringeres frei verfügbares Einkommen. Mit dieser pessimistischen Haltung liegen die Deutschen an der Spitze aller Europäer.
Die Mehrheit der deutschen, italienischen und französischen Verbraucher wird ihren diesjährigen Weihnachtseinkauf erst im letzten Moment erledigen, während Schweden, Belgier und Iren ihren Einkauf schon jetzt geplant haben. Der Hauptgrund, die Einkäufe im letzten Moment zu erledigen, sind die erwarteten Preisnachlässe. Der durchschnittlich erwartete Kaufvorteil liegt in ganz Europa bei 20 Prozent. Einer von fünf Verbrauchern in Europa hat vor, auf Sonderangebote nach dem 25. Dezember zu warten. Das Internet spiele als Vertriebsweg eine zunehmend wichtige Rolle, schreiben Deloitte & Touche.
"Der Preiskampf setzt sich im Weihnachtsgeschäft fort."
GfK-Vorstandschef Klaus Wübbenhorst
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| Rohöl Brent Crude | 106,41 $ | −0,41% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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