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Einzelhandel Schlußverkauf läuft schleppend an

24.01.2005 ·  Eigentlich gibt es den Winterschlußverkauf gar nicht mehr. Händler und Kunden haben sich aber so daran gewöhnt, daß seit diesem Montag wieder allerorten „WSV“ plakatiert wird. Eis und Schnee sorgten für einen ruhigen Start.

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Mit Rabatten bis zu 70 Prozent hat der Einzelhandel zu Beginn des ersten inoffiziellen Winterschlußverkaufs Schnäppchenjäger in die Innenstädte gelockt. Erstmals gibt es in diesem Jahr keine gesetzliche Regelung für einen Winterschlußverkauf. Doch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) schätzt, daß sich so viele Händler wie nie zuvor daran beteiligen werden. Denn nicht nur Geschäfte mit Bekleidung und Schuhen dürfen ihre Produkte mit großen Rabatten anbieten.

Laut HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr können Schnäppchenjäger auch bei Möbeln, Haushalts- und Elektrowaren, Schmuck und Autoreifen fündig werden. Möglich wurde diese Ausweitung mit einer Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Nach der neuen Regelung können die Händler ganzjährig nach freier Entscheidung Preisaktionen veranstalten. Doch so große Rabatte wie beim WSV gibt es dabei nicht: So sind derzeit Nachlässe zwischen 40 und 60 Prozent bei Winterkleidung und Wintersportgeräten die Regel.

Die Lager sind noch voll

Die Düsseldorfer Modekette C&A wirbt sogar mit Rabatten von 70 Prozent. „Der Schlußverkauf zum Ende der Saison macht für die Textilbranche weiterhin Sinn“, sagt C&A-Sprecher Knut Brüggemann. In den 304 deutschen Filialen des Unternehmens werde viel Ware von Winter auf Sommer umgestellt. Wie der Einzelhandelsverband rechnet auch C&A nach eigenem Bekunden mit einem Erfolg der Aktion.

Die Warenhäuser können dabei auf Unterstützung von oben hoffen: „Der Wintereinbruch wird dem Schlußverkauf mächtig einheizen“, betont Pellengahr. Wegen des bislang milden Januars seien die Lager noch voll mit Wintersachen.

Extrarabatt für Frühaufsteher

Am Montagmorgen sorgten Schnee und Eis vielerorts zunächst für einen ruhigen Start. „Wir holen aber von Stunde zu Stunde auf“, sagte C&A-Sprecher Brüggemann am Nachmittag. Der Handel ist laut Pellengahr für die kommenden Tage wegen der niedrigen Temperaturen sehr optimistisch. Bereits am ersten Tag seien Wintersportartikel und Kleidung wie Daunenjacken gut gegangen.

Auch bei der Metro-Tochter Kaufhof lief der Schlußverkauf am Montagmorgen zunächst ruhig an. Wer sich trotzdem früh in die Innenstadt aufmachte, wurde bis 10 Uhr mit einem Extrarabatt von zehn Prozent belohnt.

WSV für kleine Händler wichtig

C&A verlängerte zum WSV-Start auch seine D-Mark-Aktion auf unbegrenzte Zeit. Damit können Kunden ihre Waren auch mit alten Scheinen und Münzen bezahlen. Der Discounter Lidl kündigte in Anzeigen an, Preise für Textilien und Schuhe „drastisch“ zu senken.

Zwar werben vor allem die großen Ketten für den Winterschlußverkauf, doch nach Einschätzung des HDE ist die Aktion für kleinere Händler noch wichtiger, weil sie nicht ganzjährig ihre Kunden mit Sonderaktionen locken können. Kleine Händler profitierten von den WSV-Werbeaktionen der Einzelhandelsriesen, sagt Pellengahr. Außerdem sei die Nachfrage nach Winterschlußartikeln bei ihnen noch größer.

Branche bleibt skeptisch

Verbraucherschützer raten, auch bei Schnäppchen genau hinzusehen und Preise zu vergleichen. Angesichts der anhaltend flauen Konsumlust hatten etliche Händler schon in den vergangenen Wochen mit massiven Preisnachlässen und Aktionen um Kunden geworben. Mit einer deutlichen Belebung der Nachfrage rechnet die Branche allerdings vorerst nicht. Die Umsätze in diesem Jahr sollen nach dem erwarteten nochmaligen Rückgang auf 370 Milliarden Euro 2004 aber stabil gehalten werden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP und dpa
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