29.06.2004 · Der Umbau im Karstadt-Quelle-Konzern kommt voran. Karstadt will künftig mit der Handelsgruppe Rewe zusammenarbeiten und so seine defizitären Lebensmittelabteilungen wieder in die Gewinnzone bringen.
Der Umbau im Karstadt-Quelle-Konzern kommt voran. Karstadt-Quelle will künftig mit der Handelsgruppe Rewe zusammenarbeiten und so die defizitären Lebensmittelabteilungen wieder in die Gewinnzone bringen.
Ab Januar 2005 sollen die Lebensmittelabteilungen in 72 der 180 Warenhäuser zusammenarbeiten. An der dazu gegründeten Betreibergesellschaft Karstadt Feinkost GmbH ist Karstadt mit 74,9 Prozent und Rewe mit 25,1 Prozent beteiligt, wie die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung bekanntgaben.
Schritt auf dem Weg zurück in die Gewinnzone
Der angeschlagene Warenhaus-Konzern, der in diesem Jahr abermals mit einem Umsatzrückgang rechnet und aufgrund der Konsumflaute in Deutschland einen Nettoverlust erwartet, hofft, unter anderem vom Beschaffungsvolumen der Rewe zu profitieren. Mit insgesamt 11.500 Rewe-Märkten, HL-Filialen und Minimal-, Toom- und Penny-Läden und einem Gesamtumsatz von rund 40 Milliarden Euro gehört Rewe zu den führenden europäischen Lebensmittelhändlern.
Das Gemeinschaftsunternehmen rechnet nach Angaben von Karstadt-Quelle mit einem Jahresumsatz von 500 Millionen Euro, was dem bisherigen Umsatz in den 72 Lebensmittelabteilungen entspricht. Ab 2005 sollen jährlich 20 Lebensmittelabteilungen modernisiert werden. Die Einigung müsse noch vom Bundeskartellamt genehmigt werden, hieß es.
Neues Konzept von Konzern-Chef Achenbach bis Mitte August erwartet
Die Zusammenarbeit mit Rewe war noch von dem mittlerweile abgelösten Vorstandschef Wolfgang Urban auf den Weg gebracht worden. Sein Nachfolger Christoph Achenbach soll dem Aufsichtsratschef Thomas Middelhoff bis Mitte August ein Konzept vorlegen, wie Karstadt-Quelle in die operative Gewinnzone zurückkehren kann. Am 4. August wird der Vorstand die Halbjahreszahlen vorlegen.
Die Karstadt-Aktie verlor bis Dienstag mittag 1,4 Prozent auf 17,31 Euro. Am Vortag hatten Spekulationen über eine Schließung von Karstadt-Warenhäusern und die Streichung von bis zu 4000 Arbeitsplätzen dem Aktienkurs Auftrieb gegeben.
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