http://www.faz.net/-gqe-93lnq

Weihnachtsgeschäft : Und jetzt in die wichtigste Zeit des Jahres

Weihnachts-Einkauf in der „Europapassage“ in Hamburg. Bild: dpa

Spekulatius, Lebkuchen, Schoko-Weihnachtsmänner: Für die deutschen Einzelhändler geht es in den nächsten Wochen ans Eingemachte. Und sie sind zuversichtlich in mehrfacher Hinsicht.

          In den meisten Geschäften ist  inzwischen weihnachtliches Ambiente eingezogen, der Lebensmittelhandel verkauft schon seit Wochen Spekulatius, Lebkuchen und Schoko-Weihnachtsmänner. Der Einzelhandel stellt sich in diesem Jahr abermals auf ein gutes Weihnachtsgeschäft ein. Die Ausgangslage ist günstig, denn die Stimmung der Verbraucher ist angesichts steigender und einer hohen Beschäftigung gut.

          Brigitte  Koch

          Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

          Nach der Prognose des Handelsverbands Deutschland (HDE) wird das diesjährigen Weihnachtsgeschäft ein Plus von drei Prozent auf 94,5 Milliarden Euro bringen. Damit dürfte der Zuwachs in den Monaten November und  Dezember der Entwicklung im Gesamtjahr entsprechen. Allerdings gibt es in diesem Dezember zwei Verkaufstage weniger als im Vorjahr, da Heiligabend schon auf den vierten Advent fällt. So wird auch in der letzten Adventswoche mit der umsatzstärksten Zeit gerechnet.

          So wichtig ist das Weihnachtsgeschäft

          Wie HDE-Präsident Josef Sanktjohanser in der Weihnachtspressekonferenz des Verbandes sagte, sind allerdings nicht alle Händler für die letzten Wochen des Jahres gut gestimmt. „Die Schere zwischen Groß und Klein öffnet sich immer weiter.“ Während größere Unternehmen auch bisher von mehrheitlich guten Geschäften sprächen, hegten die kleinen Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten eher bescheidene Erwartungen.

          Profiteure vom Weihnachtsgeschäft sind vor allem der Innenstadthandel, der Onlinehandel und die geschenkaffinen Branchen. Die Bedeutung der Festsaison für die Branche ist enorm: Nach Angaben des HDE erzielen der stationäre Handel knapp 19 Prozent und der Onlinehandel sogar gut ein Viertel des Jahresumsatzes in den letzten beiden Monaten. Dabei profitieren die klassischen Ladengeschäfte inzwischen erheblich von ihren Multichannelaktivitäten. In einigen Branchen liegt der Durchschnittsumsatz in diesen Monaten doppelt so hoch wie in den sonstigen Monaten.

          Sanktjohanser verwies auf eine Verbraucherumfrage, wonach in diesem Jahr 24 Prozent der Befragten mehr Geld für Geschenke ausgeben wollen. 60 Prozent  planen danach mit konstanten Ausgaben und knapp 18 Prozent wollen eher sparen. Mit durchschnittlich 466 Euro für Weihnachtsgeschenke ist die Ausgabefreude leicht gedämpfter als im vergangenen Jahr 2016.

          Besonders gefragt sein  werden wieder Geschenkgutscheine, Kosmetik, Bücher und Schreibwaren, Spielwaren und Schmuck oder auch Konzertkarten. Treffen die Prognosen ein, wird der Einzelhandel 2017 zum achten mal in Folge seinen Umsatz steigern können, und zwar auf voraussichtlich 501,2 Milliarden Euro. Dabei dürfte der Onlinehandel um rund zehn und der stationäre Handel um zwei Prozent zulegen.

          Entsprechend stellen sich die Paketdienste auf ein stürmisches Jahresende ein. „Wir erwarten ein Weihnachtsgeschäft, das die gesamte deutsche Logistikbranche vor eine Kraftprobe stellen wird“, teilte das Logistikunternehmen Hermes jetzt mit. In Absprache mit einzelnen Onlinehändlern werde man erstmals regionale Obergrenzen einführen, wovon der Transport von Privatpaketen aber unberührt bleibe. Besonders die letzte Meile werde immer mehr zum Nadelöhr. Der Markt für Zusteller sei fast leer gefegt, auch weil es die Gratis-Versand-Mentalität auf Verbraucherseite kaum möglich mache, den Job des Paketzustellers finanziell attraktiver zu machen, kritisiert Hermes-Geschäftsführer Dirk Rahm. Er fordert eine angemessene Preispolitik, die die Leistung der Paketdienst auch finanziell wertschätzt.

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Siemens-Mitarbeiter wollen kämpfen Video-Seite öffnen

          Stellenabbau bei Großkonzern : Siemens-Mitarbeiter wollen kämpfen

          Siemens will weltweit fast 7000 Stellen streichen - davon die Hälfte in Deutschland. In den betroffenen Werken geht nun die Angst um. In Offenbach hatte Siemens angekündigt, den Standort aufzugeben. Dabei könnte es zum ersten Mal seit zehn Jahren zu Entlassungen bei Siemens auf dem Heimatmarkt kommen.

          Teslas aerodynamischer Brummer Video-Seite öffnen

          Elektrischer LKW : Teslas aerodynamischer Brummer

          Nach dem Roadster, dem Model S, X und 3 folgt Teslas Einstieg in das Lastkraftwagengeschäft. Ausgestattet mit modernen Assistenzsystemen und vier Motoren schafft ein vollbeladener Laster eine Reichweite von bis zu 800km.

          Topmeldungen

          Neue Verbindung: Russland baut eine Brücke über die Straße von Kertsch.

          Krim-Annexion : Abgerissene Verbindungen

          Die Krim-Bewohner und wie sie die Welt sehen – drei Jahre nach der russischen Annexion. Würden die Bewohner wieder für einen Anschluss an Russland stimmen?
          Der amerikanische Präsident Donald Trump und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Bethlehem

          Naher Osten : Palästinenser drohen Amerikanern mit Gesprächsabbruch

          Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Palästinensern eskaliert. In Washington muss die Mission der Palästinenserorganisation PLO schließen. Palästinenserpräsident Abbas warnt vor „gefährlichen Konsequenzen für den Friedensprozess“.
          Proteste gegen Robert Mugabe

          Zimbabwe : Regierungspartei berät über Mugabes Absetzung

          Zimbabwes Regierungspartei möchte nach dem Militärputsch offenbar Robert Mugabe als Parteivorsitzenden ablösen. Freiwillig will sich der 93 Jahre alte Politiker aber nicht zurückziehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.