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Einkommensverteilung Welche Daten verwenden die Verteilungsforscher?

25.07.2008 ·  Die Bundesregierung muss einen Armuts- und Reichtumsbericht vorlegen - und das mindestens alle vier Jahre. Doch die Daten, die dafür verwandt werden, stammen aus einer Stichprobe, die nur alle fünf Jahre erhoben wird. Was tun?

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Einmal je Legislaturperiode - also mindestens alle vier Jahre - muss die Bundesregierung einen Armuts- und Reichtumsbericht vorlegen. Er ist die Analyse der Einkommensverteilung und unterschiedlichen Lebenslagen in Deutschland. Die zentralen Daten des Statistischen Bundesamts stammen aber aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS), die nur alle fünf Jahre erhoben wird. Sie ist verhältnismäßig präzise, weil die Befragten einen Monat lang alle Einnahmen und Ausgaben festhalten müssen. Im Sozio-ökonomischen Panel (SOEP), das vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bereitgestellt wird, werden anders als die EVS regelmäßig dieselben Stichprobenteilnehmer befragt, wodurch die individuelle Einkommensdynamik ermittelt werden kann. Zudem berücksichtigt das SOEP in seiner Stichprobe relativ mehr Menschen mit Migrationshintergrund.

Deshalb weist diese jährlich erstellte Datenquelle regelmäßig eine höhere Armutsrisikoquote (Anteil der Einkommen unter 60 Prozent des Medians, 2006 betrug das jährliche Medianeinkommen 16.243 Euro) aus als die EVS, die noch in diesem Jahr neu entsteht. Mangels neuer Daten flossen in den jüngsten Armuts- und Reichtumsbericht von Sozialminister Olaf Scholz (SPD) Ergebnisse aus der Erhebung EU-SILC ein. Da sie aber erst seit 2005 erhoben wird, sind ihre Daten nicht mit denen aus den zwei früheren Berichten vergleichbar. Das aber wäre nötig, um etwas über die Entwicklung der Einkommensverteilung zu erfahren. Für internationale Vergleiche gibt es seit Mitte der achtziger Jahre die Luxembourg Income Study (LIS), in die aus Deutschland die Daten des SOEP einfließen.

Um die allzu plakativen Aussagen zu vermeiden, die sich aus den Armutsrisikoquoten ableiten lassen, plädieren einige Forscher dafür, die Armutslücke als Maß zu verwenden. Sie misst, wie weit der durchschnittliche einkommensschwache Haushalt von der Armutsgrenze entfernt ist. Auch dieses Maß hat sich in den vergangenen sechs Jahren deutlich erhöht.

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Von Heike Göbel

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