Home
http://www.faz.net/-gqe-6vlgv
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Einkommensverteilung OECD: Ungleichheit in Deutschland gestiegen

Laut einer Studie der OECD ist die Einkommensungleichheit in Deutschland seit 1990 stärker als in den meisten vergleichbaren Industrieländern gestiegen. Die obersten zehn Prozent verdienen etwa achtmal so viel wie die untersten zehn Prozent.

In Deutschland hat die Einkommensungleichheit seit 1990 zugenommen – und zwar stärker als in anderen Industriestaaten. Zu diesem Schluss kommt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer Studie, die am Montag vorgestellt worden ist. Während Deutschland in den achtziger und neunziger Jahren zu den eher ausgeglichenen Gesellschaften gehört habe, liege es heute nur noch im Mittelfeld, hieß es.

Henrike Roßbach Folgen:    

Festgemacht wird die Entwicklung an der verändaerten Relation der hohen und niedrigen Einkommen zueinander. Demnach verdienten die obersten 10 Prozent der Deutschen 2008 – neuere Zahlen gibt es nicht – durchschnittlich 57 300 Euro. Das war achtmal so viel wie die untersten zehn Prozent, die auf 7400 Euro kamen. In den neunziger Jahren hatten die Bestverdiener dagegen nur sechsmal so viel Einkommen.

Unternehmen griffen vermehrt auf schlecht entlohnte Teilzeitarbeitskräfte zurück, heißt es. Zudem sorge der soziale Wandel dafür, dass sich immer mehr Alleinstehende und Alleinerziehende mit niedrigen Einkommen durchschlagen müssten. Allerdings liegt der aktuelle OECD-Durchschnitt mit einem Verhältnis von neun zu eins immer noch höher als der in Deutschland. „Die Studie widerlegt die Annahme, dass Wirtschaftswachstum automatisch allen Bevölkerungsgruppen zugutekommt, und dass Ungleichheit soziale Mobilität fördert“, teilt die OECD weiter mit. Zunehmende Ungleichheit schwäche die Wirtschaftskraft eines Landes, sie gefährde den sozialen Zusammenhalt und schaffe politische Instabilität. „Wir brauchen eine umfassende Strategie für sozialverträgliches Wachstum, um diesem Trend Einhalt zu gebieten“, forderte OECD-Generalsekretär Angel Gurria.

Die Ungleichheit wird in Deutschland durch Steuern und Transfers allerdings stärker ausgeglichen als in anderen Staaten. Mehr Gleichheit gib es in den skandinavischen Ländern, mehr Ungleichheit in Amerika und Japan.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Unicef-Studie 2,6 Millionen Kinder leben wegen der Finanzkrise in Armut

Die Folgen der weltweiten Krise an den Finanzmärkten treffen auch viele Kinder. Millionen sind in den Industriestaaten in die Armut gerutscht. In manchen Ländern Europas ist ihre Lage besonders heikel. Mehr

28.10.2014, 14:51 Uhr | Wirtschaft
Raucherparadies Österreich

Jugendliche Raucher sind für Österreich ein großes Problem. Eine aktuelle Studie zeigt: In keinem anderen Land der OECD rauchen mehr junge Menschen als hier. Mehr

09.05.2014, 15:10 Uhr | Politik
Starke Konjunktur Britannien, du hast es besser

Großbritannien ist dieses Jahr Europameister im Wirtschaftswachstum. Warum prosperiert das Land, während anderswo Stillstand herrscht? Mehr Von Marcus Theurer, London

23.10.2014, 14:28 Uhr | Wirtschaft
Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland

Die Ungleichheit zwischen den ganz Reichen und den Armen wächst, auch in Deutschland. Doch was bedeutet es, in Deutschland arm zu sein? Mehr

15.10.2014, 11:46 Uhr | Wirtschaft
Immobilienmarkt Deutschland steuert auf eine Spekulationsblase zu? Von wegen!

Seit 40 Jahren steigen in vielen Ländern die Häuserpreise kräftig. Grund ist oft ein zu geringes Angebot als Folge von Regulierungen. Die Geldpolitik spielt langfristig eine geringere Rolle. Mehr Von Gerald Braunberger

18.10.2014, 10:46 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 05.12.2011, 14:52 Uhr

Dumme Maut

Von Manfred Schäfers

Dobrindts Maut-Konzept ist noch lange nicht gut. Es baut auf Missgunst – und das Verhältnis von Aufwand und Ertrag stimmt einfach nicht. Mehr 31 26

Umfrage

Sparen Sie angesichts der niedrigen Zinsen noch?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Deutschland sticht in See

Das „Traumschiff“ steuert in die Insolvenz: Es erwirtschaftet schlicht zu wenig Geld – obwohl das Interesse an Kreuzfahrten so groß ist wie nie zuvor, wie unsere Grafik des Tages zeigt. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden