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Einkommensverteilung : Armutsrisiko bleibt überschaubar

Natürlich gibt es in diesen Krisenzeiten berechtigte Abstiegssorgen, doch von einem Auseinanderfallen in krass Arme und krass Reiche ist gerade die deutsche Gesellschaft weit entfernt. Die materielle Ungleichheit ist nach internationalen Vergleichsstudien geringer als in den meisten anderen Industriestaaten.

          Studien zur Einkommensverteilung eignen sich oft gut zur Stimmungsmache. Der neue Bericht aus dem Hause DIW konstatiert eine gewisse Abnahme der Mittelschicht: von 64 auf 61,5 Prozent in einem Jahrzehnt. Das kommt manchem wie gerufen, um das Sparpaket der Bundesregierung als unsozial und unausgewogen zu attackieren.

          Natürlich gibt es in diesen Krisenzeiten berechtigte Abstiegssorgen, doch von einem Auseinanderfallen in krass Arme und krass Reiche ist gerade die deutsche Gesellschaft weit entfernt. Das Maß der materiellen Ungleichheit in Deutschland ist nach allen vorliegenden internationalen Vergleichsstudien geringer als in den meisten anderen Industriestaaten. Es gibt einen üppigen Sozialstaat, der über steuerliche Umverteilung eine Nivellierung der Einkommensunterschiede bewirkt.

          Wird der Sozial- und Steuerstaat aber überdehnt, wird gerade jene Mittelschicht ausgepresst und gelähmt, die das Rückgrat der Gesellschaft bildet. Das größte Armutsrisiko ist die Arbeitslosigkeit. Gegen den sozialen Abstieg hilft nicht mehr staatliche Umverteilung, sondern mehr Wachstum. Nur dann werden Arbeitsplätze geschaffen, die ein gutes Einkommen versprechen.

          Philip Plickert

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Volkswirt“.

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