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Ebay So gehen die Preise nach oben

13.01.2007 ·  Wer etwas versteigern will, muss wissen, wie die Bieter ticken. Damit er sie überlisten kann.

Von Patrick Bernau
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Der bekannteste Tipp für Ebay-Versteigerer ist so alt, dass er oft schon gar nicht mehr gilt: Die Auktionen sollten abends enden, heißt es, wenn viele Menschen vor dem Computer sitzen. Dann trieben die vielen Bieter den Preis ordentlich in die Höhe. Inzwischen hat sich das aber herumgesprochen. So viele Anbieter befolgen diesen Rat, dass die Konkurrenz abends besonders groß ist und die Preise wieder drückt. Das haben zwei Forscher der Universitäten Bonn und Aachen herausgefunden.

Die Internetseite "Andale.com" hilft dabei, einen günstigen Zeitpunkt für jedes Produkt zu finden. Der Chef der Betreiberfirma Vendio, Rodrigo Sales, sagt, nur Unikate seien noch sonntagabends am besten plaziert. Auktionen für weit verbreitete Dinge könne man inzwischen fast den ganzen Tag über auslaufen lassen - nur nicht nachts um vier, wenn gar keiner mehr vor dem Computer sitzt.

Geheime Gebote

Der Verkaufspreis lässt sich möglicherweise auch dadurch treiben, dass der Versteigerer seine potentiellen Käufer die Gebote geheim abgeben lässt: Nämlich bei Dingen, bei denen es den Bietern besonders wichtig ist, dass sie das Objekt der Begierde tatsächlich bekommen. Denn bei geheimen Geboten gehen die Teilnehmer eher an die Schmerzgrenze, als wenn sie sehen, dass ein anderer weniger bietet. Ebay hat dafür erst vor kurzem die Funktion "Preis vorschlagen" bereitgestellt.

Vendio-Chef Rodrigo Sales gibt allerdings zu bedenken, dass diese Funktion bei Ebay in der Praxis oft besonders niedrige Angebote anzieht. Die Käufer hoffen nämlich darauf, dass der Verkäufer sein Objekt nicht anders los wird. Solche Angebote solle man aber keinesfalls annehmen, bevor die Auktion beendet ist, empfiehlt Sales. Schließlich gehen die Preise gegen Schluss der Auktion regelmäßig nach oben.

„Preise vorschlagen“

Die neue Einstellung "Preis vorschlagen" ist eine Variante des altbekannten "Sofort-kaufen-Angebots". Auch "Sofort kaufen" kann die Preise erhöhen - schließlich sparen sich die Kunden den Stress, möglicherweise noch überboten zu werden. Aber "Sofort kaufen" lohnt sich kaum bei Sammlerstücken, deren Wert unklar ist. Zu groß ist dann das Risiko, Geld zu verschenken oder das gute Stück nicht loszuwerden.

Ebenfalls ungünstig ist es, dem Käufer die Versandkosten abzunehmen. Denn die übersieht der Bieter oft und berücksichtigt sie bei der Abgabe des Gebots nicht. Ulrike Malmendier von der Universität Berkeley hat herausgefunden, dass viele Käufer am Schluss mehr als nötig zahlen, wenn die Versandkosten extra berechnet werden.

Auch Rodrigo Sales hat die Erfahrung gemacht: "Man kann die gleiche Sache für 50 Euro mit kostenlosem Versand verkaufen - oder für 45 Euro plus 15 Euro Porto und Verpackung."

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.01.2007, Nr. 2 / Seite 43
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Jahrgang 1981, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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