11.03.2010 · Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Im Ringen um die europäischen Wettersatelliten könnte Frankreich der Sieger sein, weil die Bundesregierung in einen Clinch geraten ist. Das Wirtschaftsministerium will Thales/OHB, das Verkehrsministerium dagegen EADS Astrium.
Von Christian SchubertWenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Im Ringen um die europäischen Wettersatelliten könnte Frankreich der Sieger sein, weil die Bundesregierung in einen Clinch geraten ist. Das Wirtschaftsministerium will Thales/OHB, das Verkehrsministerium EADS Astrium.
Hier geht es nicht um eine "David-gegen-Goliath"-Schlacht wie bei der Vergabe der Galileo-Satelliten im vergangenen Jahr. Diesen Kampf gewann zu Recht der kleine Wettbewerber OHB, weil er den arroganten Riesen EADS Astrium aus dem Rennen schlug.
Bei den Wettersatelliten dagegen ist EADS Astrium der Angreifer, der nach dreißig Jahren Vorherrschaft durch Thales ein Stück des Kuchens bekommen will; konkret heißt das, die Systemführerschaft beim Bau der nächsten Satellitengeneration. Deutschland hat diesen Anspruch seit 2008 angemeldet und legt deutlich mehr Geld auf den Tisch als die Franzosen.
Was bekäme der deutsche Steuerzahler, wenn Thales/OHB gewinnen sollte? Das billigere Angebot sowie beträchtliche Arbeitsanteile für Standorte in Bremen und München. Das ist nicht wenig. Doch das Sagen hätten wie seit dreißig Jahren die Franzosen - und die Deutschen bezahlen den Löwenanteil. Klingt irgendwie bekannt, oder?
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