Der Online-Händler Amazon.com hat im zweiten Quartal einen geringeren Verlust ausgewiesen als von Analysten erwartet. Der Verlust beträgt 16 Cents pro Aktie oder 58 Millionen Dollar nach 33 Cents oder 116 Millionen Dollar im Vorjahresquartal, teilte Amazon nach US-Börsenschluss mit. Analysten hatten mit einem Verlust von 22 Cents je Aktie gerechnet.
Der Umsatz war im Berichtszeitraum um 16 Prozent auf 668 Millionen Dollar angestiegen und liegt damit über dem des Vorjahresquartals von 578 Millionen Dollar aber unter dem des ersten Quartals von 700 Millionen Dollar.
Profitziel bleibt bestehen
Für das nächste Quartal erwartet der führende Online-Händler jedoch weniger Umsatz. CFO Warren Jenson schätzt das Auftragaufkommen auf 625 bis 675 Millionen Dollar. Die Konsensschätzungen der Analysten betrugen 732,9 Millionen Dollar. Auf für das vierte Quartal erwartet Amazon aufgrund der angespannten konjunkturellen Lage weniger Umsatz als erwartet. Amazon-Chef Jeff Bezos hielt jedoch an seiner Prognose fest, im vierten Quartal erstmals schwarze Zahlen zu schreiben. Der Online-Händler verfolgt seit gut einem Jahr ein umfassendes Sparprogramm.
„Man muss die Aktie vorsichtig im Auge behalten. Ich bin etwas überrascht über den Umfang des Umsatzrückgangs im zweiten Quartal“, kommentiert Steve Weinstein, Analyst bei Pacific Crest Securities. Die Aktie verlor nachbörslich mehr als 5,5 Prozent auf 15,14 Dollar.
Zweites Quartal gut, Ausblick unsicher
Das zweite Quartal sei jedoch durchaus gut verlaufen, sagen Analysten. Die Anstrengungen des Managements, zu rationalisieren und das Unternehmen auf Profitabilität zu trimmen, seien beeindruckend. Allerdings hätten Konkurrenten wie Barnes & Noble wesentlich besser abgeschnitten. Vor allem das Geschäft mit elektronischen Konsumgütern habe nicht die Erwartungen erfüllt, während die internationalen Aktivitäten eher positiv überrascht hätten.
Neben dem wenig überzeugenden Geschäft stimme auch der Ausblick auf die nähere Zukunft bedenklich. Hier sei vor allem der Geschäftsverlauf des vierten Quartals unheimlich wichtig. Zeige sich nun das Management nicht sicher, hier einen positiven Ausblick geben zu können, so führe der Blick auf die schwächelnde Konjunkturentwicklung zu steigender Unsicherheit.
Amazon gab am Abend ebenfalls bekannt, dass AOL Time Warner bei dem Online-Händler mit 100 Millionen Dollar in Aktien eingestiegen ist. Der Medienkonzern wolle seine Beziehung zu Amazon ausbauen.