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Duales System Der Gelbe Sack ist bald in amerikanischen Händen

30.11.2004 ·  Der Abfallentsorger Duales System Deutschland hat sich für seine Mehrheitsübernahme durch den Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co ausgesprochen - eine Auflage des Bundeskartellamts.

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Der Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) hat die größte Hürde für die geplante Übernahme des Dualen Systems Deutschland (DSD) genommen. Vorstand und Aufsichtsrat des Kölner Entsorgungsunternehmens billigten am Dienstag ein Angebot von 260 Millionen Euro für 100 Prozent der Aktien. KKR unterbreitet diese Offerte am 2. Dezember über die Deutsche Umwelt Investment AG (DUI). Die Zustimmung der Hauptversammlung am 13. Dezember gilt als reine Formsache. "Wir glauben, ein sehr ausbalanciertes und attraktives Paket für die Altaktionäre und Kunden geschnürt zu haben", kommentierte KKR-Geschäftsführer Reinhard Gorenflos im Gespräch mit der F.A.Z. die Offerte.

Die DSD-Aktionäre sind mehr als 500 Unternehmen aus Handel, Konsumgüter- und Verpackungsindustrie sowie Hersteller von Vormaterialien. Das Bundeskartellamt hat mit einem kartellrechtlichen Verbot des DSD gedroht, wenn die Verflechtungen zwischen dem Entsorger und seinen Kunden nicht aufgelöst werden. Dazu müssen nach dem Willen des Kartellamtes bis Ende dieses Jahres mehr als 75 Prozent des Kapitals einem unabhängigen Investor übertragen werden.

Alternative für die kleineren Anteilseigner

Alternativ zur Barofferte können sich kleinere Anteilseigner, die nicht unter die Entflechtungsvorgaben des Bundeskartellamtes fallen, an der DUI beteiligen und damit indirekt ihre Anteile am DSD behalten. Ausgeschlossen ist dies für Handelsunternehmen mit einem Umsatz von mehr als 10 Milliarden Euro im Jahr sowie Industrieunternehmen, die im Jahr mehr als zehn Millionen Euro an Lizenzentgelten für den Grünen Punkt bezahlen. Das Angebot gilt bis zum 23. Dezember und ist nach den Worten von Gorenflos bereits vom Kartellamt gebilligt. KKR macht es von einer Zustimmungsquote von mindestens 95 Prozent abhängig.

Wie das DSD mitteilte, wird das Angebot durch Rückvergütungen, Preissenkungen für Lizenzentgelte und andere Elemente ergänzt. Insgesamt könnten Kunden und Aktionäre mit Zahlungen und Rückflüssen im Umfang von 970 Millionen Euro rechnen. Für die Umstellung der Verträge über die Nutzung des Grünen Punktes sollen die DSD-Kunden eine Prämie von 190 Millionen Euro erhalten. Sie bildet die Abfindung dafür, daß das DSD in der neuen Struktur von 2006 an auf Gewinnerzielung ausgerichtet sein wird. Deshalb entfällt die bisherige Rückvergütung von etwaigen Überschüssen an die Zeichennutzer. Für in der Vergangenheit geleistete Zahlungen steht noch eine Rückvergütung in Höhe von 160 Millionen Euro aus. Ferner werden 75 Millionen Euro für eine außerplanmäßige Preissenkung, ebenfalls von 2006 an, bereitgestellt. Viertes Element schließlich ist die Auszahlung der noch verbliebenen stillen Gesellschafter aus Handel und Industrie. Diese Geldgeber setzen sich aus einem Teil der DSD-Eigner zusammen. Ihnen stehen nach DSD-Angaben rund 122 Millionen Euro zu.

Neue Geschäftsfelder und ein Börsengang

Im vergangenen Jahr hatte das DSD mit der Sammlung und Entsorgung von Verpackungsabfällen einen Umsatz von knapp 1,7 Milliarden Euro erzielt. Andere Geschäftsfelder sind ihm bisher verschlossen, weil das Kartellamt dem Quasi-Monopolisten diese aus wettbewerbsrechtlichen Gründen verbietet. Nach dem Umbau der Aktionärsstruktur entfällt diese Hürde.

Als ersten Schritt vor dem Einstieg in neue Geschäftsfelder sieht Gorenflos aber die Aufgabe, die Effizienz des bislang nicht auf Profite ausgerichteten Unternehmens zu steigern. "Das und der Ausbau des Vertriebs hat absoluten Vorrang", sagte er dieser Zeitung. Da das Unternehmen nur 350 Mitarbeiter beschäftige, spielten die Personalkosten hierbei kaum eine Rolle. Damit deutete Gorenflos an, das ein Stellenabbau nicht zu befürchten sei. Als nächster Schritt stehe dann der Einstieg als Systemanbieter in das Pfand-Clearing an. Erst danach solle das Duale System die Internationalisierung und andere Geschäftsfelder wie die Entsorgung von Elektroschrott und Transportverpackungen angehen. Auch Zukäufe seien dazu prinzipiell in Zukunft möglich. Aktuell sei dies aber noch kein Thema. "Daß wird man sich dann zu gegebener Zeit anschauen."

Nach einer Übergangszeit von drei bis fünf Jahren solle das Unternehmen an die Börse gebracht werden, bekräftigte Gorenflos. Ein Renditeziel werde nicht vorgegeben, denn für das bisherige Geschäftsmodell gebe es keine Erfahrungswerte.

Quelle: da./bü., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2004, Nr. 281 / Seite 17
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