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Drastischer Absatzrückgang Amerikanischer Automarkt in der Krise

04.08.2008 ·  In Amerika sind im Juli so wenig Autos verkauft worden wie seit 16 Jahren nicht mehr. Deutsche Hersteller behaupten sich, Honda und Toyota kommen mit der Produktion kleinerer und verbrauchsarmer Modelle nicht nach.

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In den Vereinigten Staaten sind im Juli so wenig Autos verkauft worden wie schon seit 16 Jahren nicht mehr. Vor allem wegen der hohen Treibstoffkosten und der Kreditkrise warteten Händler oft vergeblich auf Kundschaft. Es ist der neunte Monat in Folge mit rückläufigen Verkäufen und entspricht dem längsten Geschäftsrückgang dieser Art seit der Rezession 2001.

Besonders hart traf es unter anderem General Motors, der 27 Prozent weniger Fahrzeuge verkaufte. BMW, Daimler und VW konnten hingegen nach unbereinigten Zahlen der Flaute trotzen.

Amerikaner wollen keine Trucks mehr

Der Absatzrückgang in den Vereinigten Staaten fiel drastischer aus als von den Experten erwartet. Vor allem die Autohersteller in Detroit, GM, Ford und Chrysler, wurden überrascht, wie plötzlich die amerikanischen Kunden angesichts steigender Benzinpreise das Interesse an den zuvor so beliebten, aber für ihren besonders hohen Treibstoffverbrauch bekannten Geländewagen und Trucks verloren (Amerikanischer Automarkt: Allein im Autohaus). Ford verkaufte 15 Prozent weniger Fahrzeuge.

Auch die japanischen Konkurrenten Toyota (minus 18,7 Prozent), Honda (minus 9,2) und Nissan (minus 0,9) brachten teilweise deutlich weniger Fahrzeuge an die Kunden als noch im Vorjahresmonat. Dabei zeigten sich Branchenkenner vor allem überrascht von der Absatzeinbuße von Honda. Der Tokioter Konzern hatte in den vergangenen Monaten aufgrund der Popularität der Kleinwagenmodelle immer wieder besser abgeschnitten als der Markt. Der Konzern verkaufte aber den dritten Monat in Folge mehr Fahrzeuge als Chrysler. Der zu 20 Prozent noch zum Stuttgarter Autohersteller Daimler gehörende Autobauer setzte 29 Prozent weniger ab. Auch der Weltmarktführer Toyota blieb mit einem Minus von zwölf Prozent nicht verschont.

Deutsche behaupten sich

Mercedes-Benz legte dagegen um 11,6 Prozent auf 20.733 Fahrzeuge zu, wie Daimler am Freitag mitteilte. Zusammen mit 2.559 im Juli verkauften Smart-Modellen, die erst seit Januar in den Vereinigten Staaten angeboten werden, ergab sich ein Plus von 25,3 Prozent.

Volkswagen verkaufte seinerseits vier Prozent mehr Fahrzeuge der Marke VW als im Vorjahreszeitraum. Die Konzerntochter Audi verzeichnete dagegen einen Rückgang um 4,5 Prozent auf 6.804 Fahrzeuge. Der Sportwagenhersteller und VW-Großaktionär Porsche verbuchte in Nordamerika ebenfalls ein Absatzminus. Die Verkaufszahlen gingen nach Firmenangaben um vier Prozent auf 3.274 Fahrzeuge zurück, davon 3.128 Autos in den USA und 146 in Kanada. BMW verzeichnete ein Plus von 2,2 Prozent.

Honda und Toyota kommen nicht nach

Japans zweitgrößter Autobauer Honda hat Probleme, mit der rapide angestiegenen Nachfrage nach vergleichsweise verbrauchsarmen Modellen für den amerikanischen Markt Schritt zu halten.

Als Folge der sinkenden Beliebtheit spritfressender Geländewagen übersteige in den Vereinigten Staaten besonders für Pkw-Modelle wie Accord, Civic und Fit die Nachfrage die Lieferkapazität, sagte Honda-Finanzchef Yoichi Hojo am Montag in Tokio. „Angebot und Lagerbestände werden noch das gesamte Geschäftsjahr knapp bleiben.“ Das laufende japanische Geschäftsjahr endet am 31. März 2009.

Viele Firmen können ihre Produktion jedoch nicht so schnell ändern wie die Konsumenten ihr Kaufverhalten. So kommt Branchenprimus Toyota mit der Auslieferung seines Hybridwagens Prius nicht hinterher: Auf ihn müssen die Kunden rund sechs Monate warten.

Seine Jahresabsatzprognose für Geländewagen hat Honda nun um 42.000 gesenkt. Theoretisch lasse sich der Verkauf kleinerer Wagen im gleichem Umfang steigern, sagte Hojo. Die Produktion dieser Wagen könne man aber maximal um 25.000 Autos erhöhen. „Wir versuchen alles, um mehr Autos herzustellen, aber das ist nicht so einfach“, sagte Hojo.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters, Dow Jones
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