EZB-Präsident Mario Draghi macht Hoffnung auf ein Ende der Finanz- und Schuldenkrise. „Das Schlimmste ist vorüber“, sagte der Italiener der „Bild“-Zeitung. Zwar bestünden weiterhin Risiken. Aber die Lage stabilisiere sich.
Ähnlich hatten sich zuletzt auch andere Notenbanker geäußert. Für das deutsche EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen beispielsweise ist es zwar noch zu früh für einen Ausstieg aus den Notmaßnahmen der EZB und der Politik des billigen Geldes. „Aber wir müssen jetzt damit anfangen, den Exit sorgfältig vorzubereiten“, sagte der frühere Staatssekretär im Bundesfinanzministerium der Wochenzeitung „Die Zeit“.
Hoffnung auf Ende der Schuldenkrise ist gestiegen
Die Äußerungen kommen drei Wochen, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) Ende Februar zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit rund eine halbe Billion Euro in das Finanzsystem gepumpt hatte. Seitdem hat sich nicht zuletzt wegen des geglückten Schuldenschnitts in Griechenland die Lage an den Finanzmärkten gebessert und die Hoffnung auf ein Ende der Schuldenkrise ist gestiegen.
Dazu passt, dass die EZB angeblich damit liebäugelt, ihr im Kampf gegen die Krise aufgelegtes zweites Programm zum Ankauf von Pfandbriefen deutlich früher als geplant zu beenden. Dies wäre ein erster Schritt eines langsamen Ausstiegs aus den Notmaßnahmen der vergangenen Jahre. Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder hat die EZB seit Wochen so gut wie keine gekauft.
Die Inflation im Blick
Draghi bekräftigte, die EZB achte genau darauf, dass sich aus der im Kampf gegen eine Verschlimmerung der Krise und eine Kreditklemme bewusst in Kauf genommenen Geldschwemme kein Schub der Teuerung ergebe. Die Notenbanker seien sich bewusst, dass ihre Medizin außer den erwünschten Wirkungen im Finanz- und Bankensystem auch schädliche Nebenwirkungen haben könne. „Sollten sich die Inflationsaussichten verschlechtern, werden wir sofort vorbeugend eingreifen“, versprach der Notenbankchef. Wie er dies tun würde, ließ es offen.
Von den großzügigen Geldspritzen der EZB gingen keine Inflationsgefahren aus, weil das Geld großteils nicht in den Wirtschaftskreislauf geflossen, sondern nur im Finanzsektor geblieben sei, erklärte Draghi. Auch dass die Teuerungsrate in der Euro-Zone mit aktuell 2,7 Prozent deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der EZB liegt, kann ihn nicht schrecken: „Wenn man den Ölpreis und die jüngsten Steuererhöhungen vieler Regierungen berücksichtigt, liegen wir seit Monaten stabil bei 1,5 Prozent.“ Asmussen sagte, das viele billige Geld der EZB habe bislang nicht zu so genannten Blasen an den Finanzmärkten geführt. „Derzeit gibt es europaweit keine Anzeichen für spekulative Übertreibungen.“ Der kräftige Anstieg der Preise für Immobilien in manchen Regionen Deutschlands müsse allerdings „aufmerksam“ verfolgt werden.
Wir werden eingelullt
Heiner Hannappel (HeinerHannappel)
- 24.03.2012, 09:32 Uhr
kaum hab ich geschrieben: mir schwant fürchterliches, dann lese ich
in der gedruckten
Paul Banaschak (paul.banaschak)
- 23.03.2012, 08:04 Uhr
Kein Cent beglichen und die Wirtsschaft im Sturzflug
Norbert Regin (FAZ-Leser344)
- 22.03.2012, 19:42 Uhr
"Brüssel setzt Berlin Vier-Wochen-Frist" .... zur
Vorratsdatenspeicherung !! Immerhin ...
Rüdiger Noll (krn)
- 22.03.2012, 19:18 Uhr
Haben nicht Banken und Sparkassen etc...
wolf haupricht (emilgilels)
- 22.03.2012, 18:59 Uhr