14.11.2001 · Nach zähem Ringen haben sich die 142 Mitglieder der Welthandelsorganisation darauf geeinigt, in welche Richtung sich der Welthandel künftig entwickelt.
Von Natascha LenzDer Welthandel geht in eine neue Runde. Der Abbau von Agrarsubventionen, besserer Zugang von Entwicklungsländern zum dem für sie wichtigen Textilmarkt und die Beachtung von Umweltschutzstandards bestimmen in den kommenden Jahren die Entwicklung im weltweiten Handel.
Mit einem Tag Verspätung einigten sich die 142 Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation (WTO) bei ihrem Ministertreffen im Golfemirat Katar auf eine gemeinsame Schlusserklärung. Sie gibt die Punkte vor, an denen in den kommenden drei Jahren in einer neuen Handelsrunde gearbeitet werden soll. Dann wird auch China zu den Mitgliedern der Welthandelsorganisation gehören.
Ob sich alle Mitglieder auf eine Ausgangsbasis einigen, hin bis zuletzt am seidenen Faden. Die Entwicklungsländer fühlten sich bei der Umsetzung von bestehenden Beschlüssen benachteiligt und hatten für einige Themenwünsche der Industrienationen wenig Verständnis. Besonders bei der Diskussion um staatliche Hilfen in der Landwirtschaft prallten auch die Positionen der Industrieländer aufeinander.
Nach der gescheiterten Konferenz von Seattle 1999 war der Druck auf die 2.000 Regierungsvertreter jedoch groß. Die Terroranschläge ließ sie noch enger zusammenrücken. Wegen der intensiven Sicherheitsmaßnahmen, mit denen das Emirat während der Konferenz das ganze Land abgeschottet hatte, blieb allgegenwärtig, dass bei der Ministerkonferenz mehr auf dem Spiel stand, als Einfuhrbeschränkungen abzubauen und über Liberalisierungsphasen zu streiten. In der weltweit schwierigen Wirtschaftslage sind auch die Industrienationen auf neue Impulse angewiesen. Erleichtert erklärte der US-Handelsbeauftragte Robert Zoellick: „Heute haben die WTO-Mitglieder der Welt ein machtvolles Zeichen gegeben. Der Schandfleck von Seattle ist beseitigt“.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2470 | −0,15% |
| Rohöl Brent Crude | 106,48 $ | −0,35% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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