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Digitale Informationsspeicher : Im Meer der Daten

Das Rechenzentrum von Google in Georgia Bild: dpa

Die Menschen produzieren immer mehr Daten, die immer schneller abgerufen werden. Darüber freut sich die IT und nennt das Phänomen: Big Data.

          Plötzlich sind riesige Rechenzentren en vogue. Der amerikanische Internetkonzern Google hat vielleicht auch deshalb seine über die Welt verteilten Computerfarmen jüngst fotografisch ganz edel in Szene setzen lassen - und so ein hübscheres Gesicht bekommen. In der Gemeinde Biere wiederum, südlich von Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg gelegen, hat in dieser Woche der Bau von Deutschlands größtem und modernstem Rechenzentrum begonnen. Bauherr ist T-Systems: „Das Dynamic Data Center Magdeburg/Biere“ soll im Frühjahr 2014 seinen Betrieb aufnehmen. Die Wirtschaftsförderer in Sachsen-Anhalt sind begeistert.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Carsten Knop

          verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung und Unternehmen.

          Was passiert da gerade? Die Menschen produzieren immer mehr Daten. Und das tun sie immer seltener an ihren stationären Personalcomputern und immer häufiger mobil. Beide Phänomene führen dazu, dass immer mehr Daten an zentralen Orten vorgehalten werden müssen, worin der Boom der Rechenzentren seinen Grund hat. Das lässt sich gut mit Zahlen illustrieren und bleibt doch fast unvorstellbar. In das soziale Netzwerk Facebook zum Beispiel werden täglich im Rhythmus von 20 Minuten 2,7 Millionen Bilder eingestellt. Schon im Jahr 2010 wurden insgesamt 700 Milliarden Videos auf Youtube abgespielt.

          Jeder Klick hinterlässt Informationen

          Zudem erhöht sich die Geschwindigkeit, in der Daten verarbeitet, analysiert und abgerufen werden. Denn das geschieht nicht mehr, wie früher einmal, im Wochen- oder Monatsrhythmus, sondern immer häufiger in Echtzeit. Zuletzt stammen diese Daten nicht mehr aus irgendwelchen strukturierten Tabellenkalkulationsprogrammen wie Excel, sondern sind vollkommen unstrukturiert. Denn sie entstehen durch die Kommunikation in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, aber auch durch die „Unterhaltung“ von Computern untereinander im sogenannten „Internet der Dinge“.

          Mit der Digitalisierung klassischer Industrien haben Unternehmen wie Siemens, General Electric, Audi oder Toyota ihre Kreativ-, Produktions- und Vertriebsprozesse ihre Produktivität im Durchschnitt um 5 bis 6 Prozent gesteigert. Das heißt aber auch, dass nun bei jeder noch so kleinen Bewegung einer Maschine, mit jedem Arbeitsschritt, mit jedem neuen Fertigungsteil Daten genutzt werden und neue Daten anfallen. Auch jeder Klick eines Kunden beim Einkauf im Internet bei Amazon, im iTunes-Laden von Apple, im internetbasierten Reisebüro von Expedia oder bei den jeweiligen Wettbewerbern hinterlässt eine Fülle von Informationen, die richtig verarbeitet werden will, soll die Ware zum richtigen Preis zur gewünschten Zeit an der passenden Stelle sein.

          Anschlusskabel in einem Rechenzentrum in Deutschland
          Anschlusskabel in einem Rechenzentrum in Deutschland : Bild: ZB

          So werden in diesem Jahr überall auf der Welt von Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen oder staatlichen Organisationen Daten gesammelt, zu deren Speicherung man die Kapazität von fast 60 Milliarden Tabletcomputern benötigen würde. Aufeinandergestapelt ergäben diese Geräte eine Mauer mit einer Höhe von 31 Metern und einer Länge von 4000 Kilometern. Das ist die Hälfte der Großen Mauer in China. Hinzu kommt, dass heute lediglich 15 Prozent der Daten strukturiert sind, rund 85 Prozent aber unstrukturiert.

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