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Verluste größer als Erlöse : Snapchat verbrennt weiter Geld – und verliert Nutzer

  • Aktualisiert am

Beim Börsengang 2017 war die Laune der Snapchat-Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy noch wesentlich besser. Bild: dpa

Snapchat verliert Nutzer, aber verbrennt nicht mehr ganz so viel Geld. Nach wie vor noch sind die Verluste aber größer als die Erlöse. Und inzwischen kehren die Nutzer der App sogar den Rücken.

          Die Foto-App Snapchat hat im Sommerquartal weiter Nutzer verloren und rechnet nicht mit einer raschen Trendwende. In den drei Monaten bis Ende September sank die Zahl der täglich aktiven User um ein Prozent auf 188 Millionen, wie das Snapchat-Mutterunternehmen Snap am Donnerstag nach amerikanischen Börsenschluss mitteilte.

          In einer Schalte mit Analysten sagte Finanzchef Tim Stone, dass der Nutzerschwund vorerst anhalten dürfte. Anleger ließen die Aktie daraufhin nachbörslich um zehn Prozent abstürzen. Snapchat leidet schon länger unter scharfer Konkurrenz durch Facebooks Tochterunternehmen Instagram.

          Dabei konnte Snap die Erwartungen der Wall Street bei den Finanzergebnissen im jüngsten Quartal übertreffen. Die Erlöse kletterten im Jahresvergleich um 43 Prozent auf 298 Millionen Dollar. Der Verlust nahm von 443 Millionen auf 325 Millionen Dollar ab.

          Das schnellste Kommunikationsmittel

          Der Snap-Chef Evan Spiegel hatte kürzlich eine interne Botschaft verschickt, in der er auf die Fehler des Unternehmens einging und eine Neuausrichtung angekündigte: „In unserer Begeisterung, Innovationen zu entwickeln und viele neue Produkte auf die Welt zu bringen, haben wir den Kern dessen, was Snapchat zum schnellsten Kommunikationsmittel gemacht hat, verloren“, schrieb Spiegel in der Botschaft vom 26. September. Der überarbeitete Freundes-Feed habe es schwieriger gemacht, die richtigen Leute zu finden. „Wir haben unser Produkt verlangsamt und unseren Kernproduktwert ausgehöhlt.“

          In der Botschaft beklagte Spiegel allerdings nicht nur Probleme, sondern sprach auch über Zukunftspläne des amerikanischen Tech-Unternehmens: So wolle man sich künftig darauf konzentrieren, Snapchat wieder zum schnellsten Kommunikationsmittel zu machen. Zudem wolle man den Nutzern helfen, enge Freunde zum Kommunizieren zu finden. Denn viele Snapchat-Nutzer würden mit einigen wenigen Leuten viel kommunizieren, mit dem Rest ihrer Freundesliste aber kaum.

          SNAP INC. CL.A DL-,00001

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          Auch Erweiterte Realität (Augmented Reality) will Snapchat künftig anbieten. So bastle man derzeit an einer Funktion, mit der man die „Snaps“ genannten aufgenommenen Handybilder zu einer 3D-Welt zusammenfügen könne. Für weitere Funktionen arbeite Snap auch mit dem Versandriesen Amazon und dem Musikerkennungsdienst Shazam zusammen.

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