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Autonomes Fahren : Universitäten entwickeln selbstfahrende Elektroautos

  • Aktualisiert am

Sind bald autonom fahrende Autos auf Deutschlands Straßen unterwegs? Bild: dpa

Sieben deutsche Universitäten arbeiten nun gemeinsam am Projekt UNICARagil. Ziel ist es, vier Prototypen für das autonome Fahren zu bauen.

          Einfach mal das Auto beauftragen, das Kind von der Schule abzuholen – ohne, dass ein Elternteil sich ans Steuer setzen muss. Bisher ist das ein Traum. Viele Unternehmen forschen an selbstfahrenden Autos, unter anderem die Google-Schwesterfirma Waymo, aber auch der Fahrdienstvermittler Uber sowie deutsche Autokonzerne. General Motors hatte kürzlich ein Auto ohne Lenkrad und Pedale vorgestellt.

          Nun wollen sieben deutsche Universitäten zusammen mit Unternehmen in den kommenden vier Jahren zusammenarbeiten, um autonom fahrende Elektroautos zu entwickeln. Die Fahrzeuge soll dabei ebenfalls ganz ohne Lenkrad auskommen. Herzstück ist der Rechner, der mit Sensoren des eigenen Fahrzeugs, Sensoren im Straßenraum und mit anderen Fahrzeugen vernetzt ist, wie das Institut für Kraftfahrzeuge (Ika) an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen an diesem Donnerstag zum Start des Projekts UNICARagil mitteilte.

          Sicheres Fahren stehe an erster Stelle

          „Das Fahrzeug muss ohne menschliche Hilfe aus sicherheitskritischen Situationen immer in einen sicheren Zustand übergehen können“, sagte Gesamtkoordinator am Ika, Lutz Eckstein, über das Projekt. In Situationen, in denen das System keinen Ausweg findet – etwa wenn ein anderes Auto auf der Straße in zweiter Reihe parkt und eine durchgezogene Linie verbotenerweise überfahren werden müsste – muss ein Fahrlotse in einem Leitstand entscheiden, was zu tun ist.

          Die geplante Sicherheitstechnik besteht aus einzelnen Modulen, die immer wieder auf den neuesten Stand gebracht werden können, ähnlich eines Computer-Updates. Diese Komponenten müssten getestet werden und nicht das ganze Fahrzeug, so die Überzeugung.

          „Die Gestaltung eines sicheren Fahrens steht absolut im Vordergrund. Das ist Grundvoraussetzung für die Akzeptanz durch die Gesellschaft“, sagt Eckstein. Nach der jüngsten Studie des TÜV Rheinland sind Autofahrer in Deutschland, China und den Vereinigten Staaten davon überzeugt, dass die Verkehrssicherheit bei zunehmender Automatisierung abnimmt.

          In Aachen wurde schon der elektrische Lieferwagen Streetscooter entwickelt, den die Post jetzt selbst für die eigenen Zusteller baut. Das ebenfalls in Aachen entwickelte Stadtauto e.Go soll im Mai in Serie gehen.

          Bis zum Abschluss des Projekts UNICARagil sollen vier Prototypen gebaut werden: Neben dem Familienhelfer ein Taxi, ein Lieferfahrzeug und ein Shuttle. „Wir wollen Grundlagen schaffen, die neutral für alle gleichermaßen verwendbar sind, um einen neuen Standard vorzubereiten, wie man solche automatisierten Fahrzeuge gestalten kann“, sagte Eckstein. Ob ein Autohersteller diese Vorlage nutzt, muss sich noch zeigen.

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