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F.A.Z. exklusiv : Comdirect ermöglicht erstmals Überweisungen mit Google

Der Google Assistant ist einer der bekannten digitalen Helfer, die immer mehr Menschen nutzen. Bild: dpa

„Hey Google, überweise bitte Geld“: Die Direktbank des Commerzbank-Konzerns bietet ihren zwei Millionen Privatkunden nun einen neuen Dienst mit digitalen Assistenten an. Die firmeneigene App soll dabei für Sicherheit sorgen.

          Die Direktbank Comdirect aus dem Commerzbank-Konzern setzt auf digitale Assistenten und baut das Geschäft mit ihnen aus. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ermöglicht Comdirect den zwei Millionen Privatkunden jetzt auch Überweisungen per Sprachbefehl mit Google Home oder dem Google Assistant.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Die Zugangsdaten für das Online-Banking bleiben bei Comdirect und gelangen nicht in die Hände von Google“, versichert Matthias Hach, seit August 2017 Vertriebsvorstand der Comdirect. Transaktionen und Kontoabfragen seien über Google Home nicht nur einfach und schnell durchzuführen, sondern auch sicher, betont er.

          Zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen sollen dies garantieren. So könnten Überweisungen nicht direkt von Google Home oder vom Google Assistant allein ausgeführt werden, sondern müssten noch dazu in dem eigenen Smartphone-Programm, der Comdirect-App, freigegeben werden. Diese App reagiert schon seit diesem Frühjahr auf Sprachbefehle und kann Überweisungen tätigen.

          Sprachassistenten wie Googles Assistant oder Amazons Alexa setzen sich hierzulande eher langsam durch. Jeder fünfte Internetnutzer in Deutschland nutzt sie bislang im Alltag. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Convios hervor. Wer die Assistenten verwendet, lässt sich von ihnen Musik vorspielen und Nachrichten vorlesen. Beliebt seien auch Funktionen wie Internetsuche, die Steuerung des Smart Homes oder die Terminplanung. In einer ähnlichen Umfrage in Großbritannien kam noch heraus: Jeder fünfte fragt Alexa und Google, wie lange man ein Ei kochen muss.

          Mehr als die Hälfte der befragten Deutschen nutzen die digitalen Helfer, die etwa in Smartphones oder smarten Lautsprechern stecken, hingegen gar nicht. Als Hauptgrund geben sie an, in der Nutzung keine Vorteile für sich zu sehen. Viele fürchteten zudem, dass ihre Kommunikation permanent überwacht oder Privates von unbefugten Dritten mitgehört oder gespeichert werde.

          Offenbar wirkt ein Fall aus dem amerikanischen Bundesstaat Oregon nach, der im Mai rund um den Globus in die Schlagzeilen geriet. Alexa hatte das Gespräch eines Ehepaars ohne dessen Wissen aufgezeichnet und an einen Mitarbeiter versendet. Darüber hinaus berichten Nutzer von nach wie vor bestehenden gelegentlichen, aber wiederkehrenden Verständigungsproblemen.

          Die Anfänge im deutschen Bankgeschäft mit digitalen Helfern waren bescheiden, doch mittlerweile geht es schnell voran: Im Mai 2017 war auch Comdirect die erste deutsche Bank, die ihren Kunden über Alexa zunächst nur Kursabfragen an der Börse ermöglichte. Diese Funktion etabliert sich langsam als Standard.

          Die Sparkassen bereiten einen solchen Alexa-Skill vor, wie ihre Rechenzentren im Herbst mitteilten. Nun bieten einige Sparkassen seit mehreren Wochen eine Anwendung an, über die ihre Kunden sich von Google Kontostände und Umsätze nennen lassen können.

          Auch die Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken sollen über Amazons Lautsprecher Echo künftig Fragen beantwortet bekommen. Überweisungen oder andere Bankgeschäfte werden allerdings nicht möglich sein – zumindest vorerst, heißt es. Die Comdirect ist da schon weiter.

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