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Supercomputer-Kommentar : Besser allein!

Die EU will sich einen Supercomputer der Extraklasse gönnen. Das klingt besser als es ist – denn die Deutschen sollen zwar viel zahlen, aber wenig zu sagen haben.

          Die EU will sich einen Supercomputer der Extraklasse gönnen. Dafür hat die Brüsseler Kommission jetzt ein Entwicklungsprogramm vorgelegt und eine halbe Milliarde Euro bereitgestellt. Sie hofft, dass die EU-Mitgliedstaaten einen ebenso hohen Betrag leisten. So will man zu den branchenführenden Amerikanern und Asiaten aufschließen.

          Stephan Finsterbusch

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das klingt besser als es ist. Sollen in dem Projekt doch die Deutschen viel zahlen, aber wenig zu sagen haben. Die Franzosen wollen viel sagen, aber wenig zahlen. Die Italiener traten schon in den Vorverhandlungen nie mit Geld, aber immer mit teuren Wünschen auf. Europa, wie es leibt und lebt.

          Die Schweizer halten sich da raus, mit Erfolg. Sie haben heute den besten Computer des Kontinents. Auch die Deutschen wären gut beraten, einfach zügig eigene Wege zu gehen.

          Die ersten Schritte haben sie schon gemacht. Vor zehn Jahren stellten sich die führenden Rechenzentren unter ein Dach, banden die private Wirtschaft ein und ließen der Forschung freie Hand. Dies nun zugunsten eines Brüssler Gemeinschaftsvorhabens aufzugeben, von dem niemand weiß, wann was draus wird, wer das Sagen hat und wo der neue Superrechner stehen wird, ist ein Fehler.

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