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Zukunft des Einzelhandels : Dieser Roboter ist ein Publikumsmagnet

Verkaufshelfer: Roboter Pepper im Stuttgarter Einkaufszentrum Bild: Susanne Preuß

Taugt der Roboter Pepper als Hilfskraft im Einzelhandel? Ein Feldversuch in einem Stuttgarter Einkaufszentrum soll die Chancen für den Einsatz ausloten.

          Mit manchen Fragen ist Pepper schlicht überfordert. „Möchtest du einen Kuss von mir?“ hat die alte Dame ihn gefragt. Und noch bevor zu erkennen war, dass Pepper darauf gar nicht antworten möchte, hat die Dame den Roboter umarmt. Und am nächsten Tag ist sie wieder gekommen ins Gerber, jenes Einkaufszentrum in Stuttgart, in dem Pepper einige Tage lang echte Menschen treffen durfte. Die alte Dame, über 80 Jahre alt, hat den kleinen weißen Roboter mit den Kulleraugen noch einmal zweites Mal geherzt, ohne von Pepper einen Kuss zu bekommen. Die meisten Menschen haben Pepper bestaunt, ein Selfie mit ihm gemacht, seine Fragen beantwortet oder mit ihm „Schnick-Schnack-Schnuck“ gespielt.

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

          In die „Bild“ hat es Pepper damit geschafft und auch ins Lokalradio. Das ist so ganz nach dem Geschmack von Kemal Düzel, der als Center-Manager stolz darauf ist, wie innovativ sein Haus ist. Das zeigt er mit Anproberäumen für Online-Shopper, mit Aktionen aus dem Bereich Virtual Reality und jetzt eben auch mit dem Roboter.

          Vor allem die jungen Leute sollen sich von diesem Einkaufszentrum angezogen fühlen. Die Millennials haben vielleicht (noch) nicht so viel Geld, wissen aber genau, was sie wollen, lautet Düzels Logik. Also dort einkaufen, wo es die angesagten Erlebnisse gibt. Und wann trifft man schon einen echten Roboter? Die Kinder, die Pepper entdecken, halten sofort ihr Smartphone drauf und filmen ihn.

          Roboter als Magnet für Kunden

          Wahrscheinlich wird es das in den nächsten Jahren öfter geben: Roboter als Magnet für Kunden in Einkaufszentren. Das jedenfalls erwartet Rainer Volland, Managing Partner der Münchener Beratungsgesellschaft Elaboratum, die schwerpunktmäßig in den Branchen Handel und Versicherungen tätig ist: „Der Effekt ist sofort da.“ Die Attraktion wäre nicht einmal allzu teuer.

          Die Hardware vom japanischen Anbieter Softbank Robotics, eine niedlich wirkende Figur von der Größe eines Kindes im Grundschulalter, dessen Bewegungen von 20 Motoren gesteuert werden, kostet zwar nach Vollands Angaben 25.000 Euro. Je nachdem, was Pepper können soll, käme noch Software dazu. Volland hat daraus gedanklich schon ein Geschäftsmodell entwickelt: Man könnte Pepper zeitweise an Händler verleihen, zusammen mit einem passenden Programm und entsprechender Auswertung.

          „Wir wollten was zum Anfassen“

          Der fünftägige Aufenthalt von Pepper im Stuttgarter Einkaufszentrum war insofern eine Art Pilotprojekt. Brauchbare Studien, die man für Beratungen heranziehen könnte, gebe es nicht, berichtet Volland: „Die waren alle wahnsinnig theoretisch. Wir wollten was zum Anfassen.“ Kunden, die mit dem Roboter gespielt haben, die ihm Fragen beantwortet haben oder auch den Dialog kopfschüttelnd abgebrochen haben, liefern jetzt das Material für eine wissenschaftliche Arbeit.

          „Uns geht es erst einmal darum, die Interaktionsmuster zwischen Mensch und Maschine zu erkennen, und zwar unter realen Bedingungen“, sagt Vollands Mitarbeiter Patrick Meyer, der in seiner zweiten Funktion als Doktorand der Wirtschaftsinformatik bei Professor Kathrin Möslein an der Uni Erlangen untersuchen will, ob man damit ein Rahmenwerk für den Praxiseinsatz ableiten kann.

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