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Roboter-Fahrzeuge : Selbstfahrende Autos auf chinesischen Straßen

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Ein selbstfahrendes Auto des chinesischen Internetkonzerns Baidu Bild: Marketwired

Autonome Fahrzeuge dürfen in China probeweise auf die Straße. Um die amerikanische Konkurrenz einzuholen, wollen die Chinesen auch mit deutschen Unternehmen arbeiten.

          In der südchinesischen Stadt Guangzhou fahren seit voriger Woche selbstfahrende Autos probeweise auf den Straßen. Die chinesischen Mobilitäts-Start-ups Jingchi und Pony.ai boten öffentliche Fahrten mit autonomen Fahrzeugen an. „Es ist das erste Mal, dass eine selbstfahrende Autofirma den Service für die breite Öffentlichkeit in China zugänglich gemacht hat“, heißt es in einer Pressemitteilung von Pony.ai.

          Die Testversuche sind ein entscheidender Schritt für die chinesische selbstfahrende Autobranche, obwohl sie zunächst noch auf wenige Stadtgebiete begrenzt sind. Bisher wurden alle Tests in Kalifornien durchgeführt, berichtet das Finanzblatt „Financial Times“ an diesem Montag. Viele Testmeilen zurückzulegen ist wesentlich, um die künstliche Intelligenz-Software der Fahrzeuge zu trainieren. Je mehr Daten durch die Tests erhoben werden, desto besser können die Autos schließlich fahren.

          Die chinesische Regierung hatte im Dezember vergangenen Jahres Tests mit selbstfahrenden Autos in einigen Städten wieder erlaubt. Im Sommer 2016 waren sie vorübergehend aus Sicherheitsgründen verboten worden. Trotzdem hatte der chinesische Internetkonzern Baidu, ein Vorreiter in dem Gebiet, ohne Regierungserlaubnis im Sommer Fahrzeuge getestet.

          Partnerschaften haben Vorteile

          Die chinesische Autobranche liegt bisher noch hinter der amerikanischen Konkurrenz. Googles Tochtergesellschaft Waymo kann laut „Financial Times“ zum Beispiel schon 4 Millionen Testmeilen vorweisen. Im Gegensatz zu Google arbeitet der chinesische Hersteller Baidu jedoch weitgehend quelloffen und will mit seiner Plattform Apollo ein allgemeines Betriebssystem für selbstfahrende Autos entwickeln. Da die Plattform „open-source“ ist, sind die Daten frei zugänglich – allerdings nur für Webentwickler, die auch etwas zur Forschung beitragen.

          Um dies voranzutreiben hat Baidu zahlreiche Partnerschaften abgeschlossen mit chinesischen Autobauern, deutschen Unternehmen wie Bosch und Continental sowie mit den amerikanischen Technik-Unternehmen Microsoft, Intel und Nvidia. Auf lange Sicht könnte diese offene Strategie einen Vorteil gegenüber der geschlossenen Entwicklung haben, da die Unternehmen ihre Testdaten untereinander teilen.

          Auch bei deutschen Unternehmen sind Partnerschaften zur Entwicklung von autonomen Fahrzeugen beliebt. Laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur steht der koreanische Autobauer Hyundai kurz vor dem Beitritt zur Allianz von BMW und Intel. Der israelische Kameraspezialist Mobileye, der gerade von Intel übernommen wurde, sowie der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler gehören auch dazu. Hyundai werde wohl das letzte Mitglied der Autobauer-Kooperation.

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