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Konux-Gründer Andreas Kunze : Matador der deutschen Start-up-Szene

Konux-Mitgründer Andreas Kunze (rechts vorne) mit Willem Jonker (EIT Digital, links vorne), Stephan Kühr (3Yourmind, links hinten) und Jörg Land (Tinnitracks, recht hinten). Bild: obs

Andreas Kunze hat mit zwei Kommilitonen Konux gegründet und für seine Sensortechnik weitere 20 Millionen Dollar eingesammelt – und das, obwohl noch reichlich Geld vorhanden ist.

          Davos war einer dieser Höhepunkte, die Andreas Kunze schon öfters genießen konnte und durfte. Eine Woche lang, vollgepackt mit Terminen zwischen 6 Uhr morgens und 1 Uhr nachts, traf er auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) Vertreter der hohen Politik und Wirtschaft. Kunze besprach sich mit Kanadas Premierminister Justin Trudeau und dem indischen Bahnminister Piyush Goyal, und frühstückte mit Al Gore, Umweltschützer, Unternehmer und ehemaliger Vize des einstigen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton. Kunze hielt Vorträge über das Internet der Dinge und Künstliche Intelligenz. Er knüpfte auf einem der renommiertesten Konvente der Welt, gefühlt, Millionen Kontakte, die er sonst kaum bekommen hätte.

          Rüdiger Köhn

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in München.

          Wie immer bei derlei hochkarätigen Veranstaltungen, an denen Andreas Kunze teilhaben darf, überkommt ihn das unvermeidliche Gefühl, einer der Jüngsten zu sein. Der 27 Jahre alte Gründer und Vorstandsvorsitzende von Konux, einem Anbieter intelligenter Sensorik-Systeme, benötigt indes nicht viel Zeit, um sich Respekt und Anerkennung zu verschaffen. Er ist es, der das 2014 gegründete Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Palo Alto und in München – dem eigentlichen Schauplatz des Treibens – nach außen hin darstellt. Und er kann es so wunderbar gut verkaufen, während seine Kumpels und Mitgründer Vlad Lata (28 Jahre) und Dennis Humhal (29 Jahre) lieber in der „Garage“ bleiben und tüfteln.

          Der Name Konux fand sich 2017 zur eigenen Überraschung auf der Liste der „Technology Pioneers“ des WEF; einem exklusiven Klub und Netzwerk von 30 jungen Unternehmen mit wegweisenden Innovationen, die jeweils zwei Jahre Mitglied sein dürfen – wie es einst auch Google und Amazon mal waren. Neben Konux steht derzeit mit Mobisol ein zweiter deutscher Name unter den sonst zahlreich vertretenen Amerikanern. Grinsend zuckt Kunze mit den Achseln. Wie er in den erlauchten Kreis aufgenommen worden sei, wisse er nicht. Vielleicht wurde er von jemandem vorgeschlagen?

          Konux konnte sich den Luxus leisten

          Seit zwei Jahren zieht Kunze die Aufmerksamkeit auf sich, heimste für seine Leute zahlreiche Preise in Gründerwettbewerben ein. Seine Auftritte, auch im Ausland, haben ihn zu so etwas wie einen Botschafter der deutschen Start-up-Szene gemacht, die wohl doch nicht so rückständig gegenüber den Amerikanern erscheint. Welch größere Bestätigung für diese These kann es geben, als dass Konux nun eine zweite dicke Geldspritze über 20 Millionen Dollar erhalten hat. An der „Serie-B-Finanzierung“ beteiligen sich dieselben Investoren, die schon in der Serie-A-Runde über 16 Millionen Dollar mitmachten, die erst vergangenes Jahr abgeschlossen wurde. Die Investoren sind allesamt erste Adressen der Wagniskapital-Szene: New Enterprise Associates (NEA), größter Fonds im Silicon Valley; Mig-Fonds, einer der großen deutschen Venture-Capital-Financiers; Andreas von Bechtolsheim, Mitbegründer von Sun Microsystems; Michael Baum, der im Silicon Valley Start-ups wie Splunk erfolgreich aufgebaut hat.

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