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Britischer Mediziner sagt : „Künstliche Intelligenz kann unser Gesundheitssystem retten“

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John Bell ist angesehener Mediziner und berät die britische Regierung. Bild: Picture-Alliance

Die staatliche britische Krankenversorgung NHS gelangt gerade wieder einmal an seine Grenzen - die Mittel reichen nicht. Schlaue Computerprogramme bieten eine Lösung, wie diese neue Idee zur Diagnose von Herzinfarkten zeigt.

          Der britische Gesundheitssystem stößt auch in diesem Winter wieder an seine Grenzen. Nach Medienberichten im Vereinigten Königreich müssen möglicherweise Zehntausende nicht-dringende Operationen oder Behandlungen bis Ende dieses Monats aufgeschoben werden. Ein Arzt entschuldigte sich über den Kurznachrichtendienst Twitter sogar für Bedingungen „wie in der dritten Welt“.

          Schon viele britische Regierungen haben sich vorgenommen, die staatliche Krankenversorgung, die sich hinter dem Kürzel NHS verbirgt, zu reformieren, zu verbessern, zu sanieren. Wirklich gelungen ist das nach Ansicht der Experten bislang allerdings nicht.

          Eine Hoffnung ruht dabei stets auf technischem Fortschritt, also auf neuen Technologien. Die könnten günstigere Behandlungen ermöglichen, oder bessere oder beides - und im besten Fall viel Geld einsparen. Forscher am John Radcliffe Hospital in Oxford stellen nun eine auf Künstlicher Intelligenz basierende Applikation in Aussicht, die früher und treffsicherer als menschliche Ärzte Herzkrankheiten erkennen soll. Nach einem Bericht der britischen BBC könnte sie bereits im Sommer für alle im NHS organisierten Kliniken frei verfügbar sein. John Bell, angesehener Medizinprofessor in Oxford und Berater der britischen Regierung, sagt voraus, dass Künstliche Intelligenz „den NHS retten“ könnte.

          300 Millionen Pfund weniger

          Gegenwärtig analysieren Kardiologen Herzfrequenzen und versuchen, darin Auffälligkeiten zu erkennen - etwa das Risiko eines Herzinfarkts. Dem Bericht zufolge liegen allerdings selbst die besten Mediziner in einem von fünf Fällen daneben und schicken entweder einen anfälligen Patienten nach Hause oder entscheiden für eine unnötige Operation.

          Fachleute in Oxford haben nun offenkundig ein schlaues Computerprogramm erdacht, das Risiken akkurater diagnostiziert. Es könne Details in den Herzfrequenz-Scans erkennen, die menschliche Ärzte nicht festzustellen vermögen. Das Programm gibt jeweils eine Empfehlung - wenn sie „positiv“ ausfällt, bedeutet das, dass es für diesen Patienten das Risiko eines Herzinfarkts festgestellt hat.

          Das Programm sei in mehreren klinischen Versuchen getestet worden, die Ergebnisse würden in diesem Jahr in einer Fachpublikation veröffentlicht, nachdem andere Fachleute sie einer strengen Prüfung unterzogen haben. Der Kardiologe Paul Leeson, der das Programm entworfen hat, sagte gegenüber der BBC allerdings schon einmal, dass es menschliche Spezialisten deutlich übertrumpft habe. „Als Kardiologen akzeptieren wir, dass wir es momentan nicht immer richtig machen. Aber jetzt gibt es eine Möglichkeit, dass wir es besser machen könnten.“

          Insgesamt würden in den Kliniken des NHS jedes Jahr 60.000 Herz-Scans durchgeführt, 12.000 davon falsch ausgewertet. Dies verursache unnötige Kosten in Höhe von 600 Millionen Pfund - die Hälfte davon könnten dem Bericht zufolge durch das nun erprobte KI-System eingespart werden.

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