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Rückblick in Zahlen : Was im Jahr 2017 in der Technikwelt passiert ist

Das Nokia 3310 Bild: Reuters

Retrohandys, Hackerangriffe und Milliardenübernahmen: Das Jahr der Internetunternehmen und der Technikwelt in kleinen und großen Zahlen.

          3310 ist zurück. Das einstmals beliebteste Handy des finnischen Mobiltelefonherstellers Nokia kommt im Februar vergangenen Jahres in neuem Gewand wieder auf den Markt. Die alten Fans soll vor allem die Neuauflage des Klassikerspiels „Snake“ davon überzeugen, dass auch unter dem neuen Anbieter HMD Global das 3310 gegenüber den Smartphones bestehen kann. Doch das Retro-Handy fällt in fast allen Tests durch und kann die hohen Erwartungen an das Comeback nicht erfüllen.

          24 Dollar erreichte der erste Aktienkurs während des Börsengangs des Digitalunternehmens Snap, das für seine Foto-App Snapchat bekannt ist. Dem Unternehmen flossen mit dem Schritt an die Wall Street Anfang März 3,4 Milliarden Dollar zu, Gründer Evan Spiegel wurde dabei um 272 Millionen Dollar reicher. Die Freude der Aktionäre war jedoch nur von kurzer Dauer: Der Kurs fiel stark, weil Snapchat unter starkem Druck durch Facebook steht und das einst starke Nutzerwachstum deutlich gesunken ist. Der Aktienkurs fiel zeitweise auf weniger als 12 Dollar, zum Jahresende erholte sich die Aktie jedoch ein wenig und notierte zuletzt bei rund 15 Dollar.

          16,7 Millionen Switch-Konsolen wollte Nintendo bis zum Ende des Geschäftsjahres im März verkaufen und damit vier Millionen Geräte mehr als zunächst geplant. Die neue Konsole des japanischen Spieleherstellers ist zum Verkaufsstart im vergangenen März im Gegensatz zum Vorgänger Wii U sehr beliebt: Die Vorbestellungen häufen sich, Nintendo kommt mit der Produktion kaum hinterher.

          Milliardenschwere Investitionen für autonome Autos

          15 Milliarden Dollar zahlt der amerikanische Chipkonzern Intel im März für den Zulieferer Mobileye und steigt damit in den Markt für autonom fahrende Autos ein. Mobileye baut Kamerasysteme, mit denen selbstfahrende Autos den Verkehr, Straßen und andere Autos scannen. Intel ist außerdem mit den großen deutschen Fahrzeugherstellern Daimler, BMW und Volkswagen beim Kartendienst Here investiert, der ebenfalls eine Plattform für die Zukunft des autonomen Fahrens baut.

          30.000 Benutzerkonten hat Facebook zur Präsidentenwahl in Frankreich blockiert, weil das soziale Netzwerk sie als gefälschte Profile identifizierte. Diese Accounts sollten die öffentliche Meinung beeinflussen. Nach der Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten im November 2016 gab es erstmals Untersuchungen, ob Wahlen durch soziale Medien beeinflusst werden sollten. Im April räumt Facebook erstmals ein, dass es staatlich unterstützte Versuche von Manipulation festgestellt hat. Im November teilte Facebook dann mit, die Zahl der für Sicherheit zuständigen Mitarbeiter in diesem Jahr auf 20.000 verdoppeln zu wollen. Außerdem will das Unternehmen zum Beispiel mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz verdächtiges Verhalten besser aufspüren und in stärkere Sicherheitsmechanismen investieren.

          Ein Kassenschlager: Verkauf der Spielekonsole Switch in Tokio
          Ein Kassenschlager: Verkauf der Spielekonsole Switch in Tokio : Bild: EPA

          150 Länder sind von der Hackerattacke namens „Wannacry“ im Mai betroffen. Hunderttausende Computer funktionieren nicht richtig, darunter auch die von Unternehmen wie der Deutschen Bahn, deren Anzeigetafeln ausfallen. Noch härter trifft es den britischen Gesundheitsdienst NHS: Knieoperationen werden verschoben, Röntgenaufnahmen oder Computertomographie-Scans werden von Boten zu Ärzten gebracht, Patienten müssten länger auf ihre Diagnosen warten. Plötzlich geht es um Menschenleben. Millionenschäden entstehen im vergangenen Jahr durch Hackerangriffe sowieso. Wie bei „Wannacry“ legt mit „Petya“ eine sogenannte Ransomware-Attacke, bei der Computer verschlüsselt werden, die Reederei Mærsk lahm, der dänische Logistiker schätzt den Schaden auf 300 Millionen Dollar. Im Dezember beschuldigt die amerikanische Regierung Nordkorea, hinter der Wannacry-Attacke zu stehen.

          50 Millionen Euro Strafe sollen Unternehmen in Deutschland zahlen müssen, wenn sie strafbare Inhalte nicht schnell löschen. Das unter Netzwerkdurchsuchungsgesetz, kurz Netz-DG, bekanntgewordene und weithin umstrittene Gesetz passiert im Juli die letzte Hürde im Bundesrat. Kritiker fürchten Zensur von Inhalten und dass Unternehmen wie Facebook aus Angst vor Strafen zu eifrig umstrittene Beiträge von ihren Plattformen löschen.

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