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Kommentar : Facebooks Frechheit

Jetzt erst, da die halbe Welt über Facebook schimpft, bewegt sich das Unternehmen – ein bisschen. Und schiebt die Verantwortung trotzdem weiter.

          Wie sehr Facebook bislang vor seinen Nutzern verstecken wollte, welche Daten der Konzern über sie sammelt, zeigt sich in einer Stellungnahme vom Mittwoch. „Die Einstellungen sind jetzt nicht mehr auf fast 20 verschiedene Unterseiten verteilt, sondern an einem Ort zugänglich“, teilt Facebook mit.

          Nutzer sollen zukünftig besser einstellen können, welche Inhalte sie teilen und welche Werbung sie sehen. Auch das Herunterladen der eigenen Daten soll vereinfacht werden. Was wie ein Fortschritt klingt, ist eigentlich eine Frechheit.

          Denn so etwas verspricht Facebook seit vielen Jahren, doch bislang war der Druck offenbar einfach nicht groß genug, sich an die eigenen Versprechungen zu halten. Vor acht Jahren sagte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg schon, dass er die Privatsphäre-Einstellungen vereinfachen wolle.

          Jetzt erst, da die halbe Welt über Facebook spricht, der Aktienkurs fällt und Zuckerberg vorgeladen wird, tut sich was. Und das vorerst auch nur rein kosmetisch. Gleichzeitig schiebt Facebook abermals die Verantwortung auf die Nutzer, die selbst ihre Daten kontrollieren müssen. Nur weil die Oberfläche schicker wird, ändert sich Facebooks Geschäftsmodell kein Stück.

          Jonas Jansen

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für die „Netzwirtschaft“.

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