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F.A.Z. exklusiv : Google-Chef: „Engagement in Europa wird deutlich steigen“

Sundar Pichai arbeitet seit 13 Jahren für Google. Bild: Reuters

Sundar Pichai führt den Technologiekonzern Google. Gegenüber der F.A.Z. erklärt er die Weiterentwicklung des Unternehmens mit Künstlicher Intelligenz, warum es Handys verkauft - und wie Google seine eigene Macht einschätzt.

          Der amerikanische Technologiekonzern Google strebt an, sich weiter zu internationalisieren. „Wir bauen unsere Präsenz in Europa kontinuierlich aus“, sagte der Vorstandsvorsitzende Sundar Pichai in einem Gespräch mit europäischen Medien, an dem auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung teilnahm. Derzeit beschäftige das Unternehmen in Europa schon 14.000 Mitarbeiter in 40 Städten. Das Engagement werde im Laufe der Zeit „deutlich steigen“, sagte Pichai, und dabei gehe es „nicht nur um Software-Entwickler“.

          Alexander     Armbruster

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der aus Indien stammende Manager, der seit 13 Jahren für Google arbeitet, hat innerhalb des Unternehmens eine technologische Weiterentwicklung auf den Weg gebracht, die immer noch läuft. Unter der von ihm verkündeten Parole „AI First“ („Künstliche Intelligenz zuerst“) sollen alle Angebote überarbeitet und neue erdacht werden.

          Hier spricht Google-Chef Sundar Pichai mit uns über Künstliche Intelligenz: Das ist erst der Anfang

          Pichai machte allerdings klar, dass die grundlegende Geschäftsidee bestehen bleibe. „Unsere Kern-Mission lautet weiterhin: Den Menschen helfen, ihre Informationen mit Hilfe von Informatik zu organisieren“, sagte er, „und heute ist das eben Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen.“ Außerdem ergänzte er dazu: „Wir haben auch nie den Ansatz verändert, Informatik einzusetzen, um die Probleme von Milliarden Menschen zu lösen. Das treibt uns als Unternehmen an, und es ist wichtig, zu verstehen, dass sich auch das nicht geändert hat.“

          Zugleich erschließt sich Google gleichwohl zusehends andere Geschäftsfelder. Mit neuen Smartphones (Pixel) und Laptops (Pixelbook) und einem digitalen Assistenten für zu Hause (Google Home) strebt der Konzern an, auch mit Hardware mehr Geld zu verdienen. Unlängst übernahm das Unternehmen außerdem für einen Milliardenbetrag ungefähr 2000 Mitarbeiter und Lizenzen des Handyherstellers HTC, was ein ziemlich deutlicher Hinweis auf die Ambitionen in dem Bereich ist.

          Mit ganz konkreten Verkaufszielen hält Google sich zwar bislang bedeckt. Rick Osterloh, der vor etwa einem Jahr von Motorola zu Google wechselte und dort nun den Hardware-Bereich verantwortet, machte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung allerdings sehr deutlich, worum es geht: „Wir betrachten das klar als Geschäft.“

          „Sollten erst einmal das Urteil abwarten“

          Warum das nicht nur wichtig ist, um Hardware-Anbietern wie zum Beispiel dem iPhone-Hersteller Apple wenigstens etwas die Stirn zu bieten, ordnete Google-Chef Pichai seinerseits so ein: „In der modernen Welt ist Hardware ebenfalls dafür wichtig, wie sich die Informationstechnologie entwickelt, darum machen wir das mit Bedacht.“ Damit spielte er auch auf die jüngsten Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz an, die nicht nur aus schlaueren Computerprogrammen resultieren, sondern aus dem Zusammenspiel derselben mit den gewachsenen verfügbaren Datenmengen und der stark gestiegenen Computerrechenleistung.

          In Europa wiederum baut der Suchmaschinenbetreiber derzeit nicht nur seine Präsenz aus, er steht auch unter großem Druck. Die EU-Kommission verhängte im Juni gegen Google eine Geldbuße in Höhe von 2,4 Milliarden Euro. Sie wirft dem Konzern vor, seine starke Marktposition rechtswidrig missbraucht zu haben. Google geht dagegen rechtlich vor, deshalb sagte der Vorstandsvorsitzende Pichai dazu nur: „Wir sind respektvoll auf die Bedenken der EU-Kommission eingegangen. Aber der Rechtsstreit läuft, und wir sollten erst einmal das Urteil abwarten.“

          Er ergänzte, dass Google sich stets auf die Interessen seiner Anwender fokussiere. „Wir entwickeln unsere Produkte in einer Art weiter, welche die Nutzer besser finden – das belegen alle Analysen oder Umfragen, die wir anstellen.“ Außerdem sagte er, dass das von ihm geführte Unternehmen „zu jedem Zeitpunkt“ viel Konkurrenz ausgesetzt sei und Nutzer zwischen verschiedenen Angeboten wählen könnten.

          Die Technologie-Holding Alphabet, zu der Google gehört und sie wesentlich ausmacht, ist derzeit ungefähr 700 Milliarden Dollar an der Börse wert. Das Kursplus seit Jahresbeginn beträgt 28 Prozent.

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          Quelle: F.A.Z.

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