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In zahlreichen Ländern – wie hier in den Vereinigten Staaten – lassen sich durch die sogenannte Heat Map der App Strava Sportrouten einzelner Personen nachvollziehen. Bild: The Guardian/Strava

Vereinigte Staaten : Fitness-App verrät geheime Militärstandorte

Eigentlich ist es eine harmlose Fitness-App, mit der Sportler ihre Jogging-Routen auf einer globalen Karte teilen können. Doch bei genauerer Betrachtung kam heraus: Auch Soldaten an geheimen Standorten nutzten diese App.

          Plötzlich waren sie publik: sehr sensible und geheime Daten von amerikanischen Militärstandorten in Krisengebieten wie Afghanistan und Syrien. Wie die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, sollen diese Standorte über die Fitness-App „Strava“ unbeabsichtigt an die Öffentlichkeit gelangt sein. Dabei handelt es sich um ein soziales Netzwerk, in dem User mit anderen Sportlern in Kontakt treten, aber auch ihre Jogging-Routen auf einer Karte speichern können, auf die auch jeder andere Nutzer Zugriff hat.

          „Unsere App und Webseite verbinden Millionen von Sportlern aus der ganzen Welt und bereichern das sportliche Erlebnis jedes einzelnen Mitglieds“, heißt es auf der Website des Unternehmens. Demnach werde jedes Smartphone in einen „Fitnesscomputer“ verwandelt, über den man auch seinen Standort in Echtzeit teilen könne. „Wenn es gelaufen oder gefahren wurde, ist es auf Strava“, wirbt das Unternehmen. Seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 2015 und einem größerem Update im September 2017 sind auf der Plattform mehr als drei Billionen GPS Datenpunkte einzusehen.

          Unter dieser enormen Zahl befanden sich wohl auch die Datenspuren einiger Soldaten, die in Übersee stationiert waren. Die geheimen Standorte der Militärbasen sind auf Diensten wie Google Maps oder Apple Maps nicht zu finden, durch „Strava“ und die dadurch gespeicherten Routen der Soldaten konnten allerdings gezielte Rückschlüsse auf die Standorte gezogen werden.

          Der Analyst Nathan Ruser ist zusammen mit dem amerikanischem Institut für Konfliktanalysen zuerst darauf gestoßen. „Die Karte sieht sehr hübsch aus, ist aber ganz und gar nicht gut für die Betriebssicherheit“, sagt er. „Wenn Soldaten diese App wie normale Menschen verwenden und sich dabei tracken lassen, kann das für die Gesamtsituation sehr gefährlich werden“.

          Zudem soll in einigen Gebieten sichtbar geworden sein, dass sich Soldaten nicht nur vereinzelt, sondern regelmäßig haben orten lassen. Wie viele Soldaten die App tatsächlich benutzten, ist nicht bekannt. „In Syrien erleuchten die Routen um die Militärbasen die Nacht“, schreibt Tobias Schneider, ein zweiter Analyst.

          Es sind allerdings nicht nur Krisengebiete, auf die mithilfe der App ein genauerer Blick geworfen werden konnte. Auch am Homey Flughafen der US Air Force in Nevada, allgemein bekannt als „Area 51“, sind Strecken einiger Fahrradfahrer auf der Karte einzusehen.

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