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Braucht auch noch einen Fahrer: Der Roadster 2, den Musk kürzlich vorstellte Bild: Reuters

Selbstfahrende Autos : Elon Musk kommt zu spät

2018 würden Autos sich selbst steuern, sagte Elon Musk. Jetzt muss er diese Prognose zurücknehmen. Sein neues Zieldatum ist aber auch schon bald.

          Dass Autos selbst fahren, ist offenbar nicht so leicht, wie Elon Musk es sich vorgestellt hat. „Komplette Autonomie werden wir in ungefähr zwei Jahren erreicht haben“, sagte Musk auf einer Technik-Konferenz im Dezember 2015. Dann könnten Autos nach der „Level 4“-Definition selbständig fahren, das heißt: Sie können auf den richtigen Strecken eine ganze Reise sicher absolvieren, ohne dass der Mensch eingreifen muss. Heute ist Musks Prognose fast auf den Tag genau zwei Jahre her – und sicher ist: Sie war falsch.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Das autonomste Serienfahrzeug überhaupt erreicht heute nur „Level 3“, das heißt der Fahrer kann seine Aufmerksamkeit tatsächlich für eine gewisse Zeit abwenden, muss aber bereit bleiben, das Auto wieder zu übernehmen. Das leistet Stand jetzt nur der Audi A8, er kann zumindest technisch auf Autobahnen im Stau bis 60 Kilometer pro Stunde selbständig fahren.

          Elon Musks Tesla hat zwar einen so genannten „Autopilot“, bei dem allerdings darf der Fahrer sich offiziell nicht abwenden. Für Unfälle, die mit eingeschaltetem Autopilot passierten, machte Tesla die Fahrer verantwortlich: Sie hätten unerlaubterweise die Hände vom Steuer genommen.

          Zwei Jahre später hat Musk also seine Voraussage überarbeitet. Ab jetzt dauere es noch zwei Jahre, bis Autos selbständig fahren könnten, sagte er auf einer Konferenz über Künstliche Intelligenz. In drei Jahren würden sie besser fahren als Menschen.

          Schwierigkeiten in der Produktion

          Falls diese Prognose tatsächlich eingehalten wird, ist trotzdem noch nicht klar, ob diese Autos dann von Tesla kommen. Tesla hat nicht nur enorme Schwierigkeiten mit der Herstellung seines Mittelklasse-Wagens „Model 3“, sondern auch mit der Weiterentwicklung seines Autopiloten.

          Im vergangenen Jahr kündigte er an, die neuen Teslas würden mit der notwendigen Hardware kommen, die eines Tages das Selbstfahren möglich mache. Seine Ingenieure fanden diese Ausstattung aber längst nicht reif zum Selbstfahren, wie das „Wall Street Journal“ berichtete. Seit August 2017 haben sowohl der Chef des zuständigen Teams als auch sein Nachfolger das Unternehmen verlassen, zudem mehrere Ingenieure.

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