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Möglicher Intel-Fehler : Werden Computer bald langsamer?

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Was geschieht hinter den Kulissen? Bild: dpa

Große Aufregung um einen möglichen Fehler in Intel-Prozessoren: Vielleicht werden Computer bald spürbar langsamer – aber in der Szene herrscht Geheimniskrämerei.

          Eine mögliche Sicherheitslücke in Intel-Prozessoren könnte wohl dazu führen, dass viele moderne Computer spürbar verlangsamt werden. Dieses Gerücht geistert jedenfalls gerade durch die IT-Szene. Computer könnten bis zu einem Drittel an Leistung verlieren – und das ausgerechnet wenige Wochen nachdem bekannt wurde, dass Apple die Leistung seiner iPhones drosselt, wenn sie einen alten Akku haben.

          Die ganze Angelegenheit ist hoch spekulativ, offene Aussagen sind praktisch nicht zu bekommen. Allein das lässt den Schluss zu, dass es um eine Sicherheitslücke geht – denn Details dazu werden oft erst bekannt gegeben, wenn die Lücke gestopft ist. Dies scheint gerade zu geschehen, wie zum Beispiel das Blog „Python Sweetness“ berichtet.

          Können Webseiten die Passwörter des Nutzers ausspähen?

          Was ist los? Möglicherweise hat Intel einen Fehler in der Speicherverwaltung seines Prozessors gemacht. Der könnte dazu führen, dass Programme auf Speicherbereiche zugreifen können, die sie nichts angehen. Im schlimmsten Fall könnte eine Webseite die Passwörter des Computernutzers ausspähen.

          Ob es tatsächlich so einen schwerwiegenden Fehler gibt, ist unklar. Sicher ist: Programmierer von Betriebssystemen wie Windows und Linux arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Betriebssysteme so umzustellen, dass sie unterschiedliche Speicherbereiche besser voneinander abgrenzen. Diese Abgrenzung führt dazu, dass gleiche Aufgaben mit sehr viel mehr Aufwand erledigt werden müssen. Die Fachzeitschrift „The Register“ schätzt, dass Prozessoren um 5 bis 30 Prozent langsamer werden.

          Nun sind Prozessoren nicht immer das einzige Geschwindigkeits-Problem an einem Computer. Trotzdem wäre ein Drittel Geschwindigkeitseinbuße ein Wort. Zumal der Fehler auch große Internet-Rechenzentren von Google oder Amazon treffen könnte.

          Unter Entwicklern hat ein AMD-Mitarbeiter schon deutlich gemacht, dass sein Unternehmen von dem Problem nicht betroffen sei. Das ist für Computerbesitzer aber ein schwacher Trost: Je nach Messung stecken in vier von fünf Computern Intel-Prozessoren.

          Advanced Micro Devices

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          Intel Corporation

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          Der Aktienkurs von Intel ging am Mittwoch zurück, der von AMD kräftig in die Höhe. Intel selbst nimmt zu den Gerüchten bisher nicht Stellung. Klarheit wird spätestens dann erwartet, wenn die großen Betriebssystem-Hersteller ihre Systeme angepasst haben.

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