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Donald Trump gegen Jeff Bezos : „Nur Dummköpfe oder Schlimmeres sagen, unsere Post verdient mit Amazon Geld“

  • Aktualisiert am

Da saßen sie noch an einem Tisch: Donald Trump, Amazon-Gründer Jeff Bezos (r.) und zwischen ihnen der Microsoft-Vorstandsvorsitzende Satya Nadella während eines Treffens im Weißen Haus im Juni des vergangenen Jahres. Bild: EPA

Amerikas Präsident geht eines der erfolgreichsten Unternehmen der Vereinigten Staaten an. Als offenes Geheimnis gilt, dass es ihm nicht (nur) um die Marktmacht von Amazon geht, sondern um den Gründer Jeff Bezos und eine Investition. Die Börse reagiert deutlich.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump geht den Onlinehändler Amazon abermals an. „Nur Dummköpfe oder Schlimmeres sagen, dass unsere Geld verlierende Post mit Amazon Geld verdient“, teilte er auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit und kündigte an: „Das wird sich ändern.“

          Dabei klagte er zudem, dass „unsere voll Steuern zahlenden Einzelhändler Geschäfte im ganzen Land“ schließen. Das seien keine ausgeglichenen Wettbewerbsbedingungen. An der Börse fiel der Amazon-Aktienkurs daraufhin um bis zu 5 Prozent.

          Schon in der vergangenen Woche gab der Kurs deutlich nach infolge der öffentlich vorgetragenen Attacke des Präsidenten gegen das amerikanische Internetunternehmen. Am Donnerstag twitterte Trump: „Ich habe meine Bedenken mit Amazon schon lange vor der Wahl bekanntgemacht.“ Er warf dem Konzern dabei vor, „geringe oder keine Steuern an die Bundesstaaten und lokalen Regierungen“ zu zahlen, die amerikanische Post „als ihren Lieferjungen“ zu verwenden, was „enorme Verluste für die Vereinigten Staaten“ bedeute. Amazon dränge „Tausende Einzelhändler aus dem Geschäft“, warf Trump dem Unternehmen auch da schon vor.

          Es stimmt, dass der frühere Immobilienunternehmer Amazon bereits mehrfach kritisierte. In solcher Deutlichkeit allerdings bislang nicht.  Ebenfalls in der vergangenen Woche und noch vor Trumps erstem Twitter-Angriff auf Amazon machte ein Bericht des Internet-Portals Axios die Runde, demzufolge Trump sich den Onlinehändler vorknöpfen möchte.

          Das Portal beruft sich auf fünf verschiedene Quellen, nach denen „Trump von Amazon besessen“ sei. Er habe demzufolge gefragt, ob mittels Wettbewerbs- und Kartellrecht gegen den Konzern vorgegangen werden könne. Vermögende Freunde des Präsidenten sollen sich ihm gegenüber beklagt haben, dass ihre Investitionen zum Beispiel in Einkaufszentren unter Amazon litten. Und schließlich sei dem Präsidenten weiterhin ein Dorn im Auge, dass Amazon-Gründer Jeff Bezos, der das Unternehmen führt, die Zeitung „Washington Post“ gekauft habe. Bezos nutze sie aus der Sicht Trumps als „politische Waffe“.

          Überraschend war da auch, dass das Weiße Haus am Mittwochabend bereits auf den Axios-Artikel reagiert hatte. Die Regierung habe nicht vor, ihre Politik gegenüber dem Unternehmen zu ändern, teilte Trumps Sprecherin Sarah Sanders mit.

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