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Europäischer Datenschutz : DSGVO schadet kleinen Entwicklerstudios

  • -Aktualisiert am

Kleine Unternehmen trifft die neue Datenschutzgrundverordnung härter. Bild: dpa

Am 25. Mai tritt eine neue Verordnung der EU zum Thema Datenschutz in Kraft. Während sie die Rechte der Urheber von digitalen Daten ausweitet, leiden kleine Entwicklerstudios unter dem neuen Gesetz.

          Spieleentwickler rund um die bekannten Computer- und Smartphone-Titel wie „Player Unknown’s Battlegrounds“ oder „Fortnite“, sollten wegen der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) nicht in allzu große Schwierigkeiten geraten. Große Unternehmen der IT-Branche, allen voran Facebook, haben genügend Kapazitäten um die neuen Verordnungen problemlos umzusetzen. Ganz anders sieht es für die Kleinen in der Branche aus: Wer sich keine große Verwaltungsabteilung leisten kann, in der Juristen das komplette Geschäftsmodell darauf untersuchen, ob es den Anforderung der DSGVO entspricht, geht nämlich das Risiko ein, abgemahnt zu werden und später Strafen zu zahlen. 

          Während die Datenschützer ursprünglich vor allem die IT-Riesen treffen wollten, können die nun recht entspannt auf den 25. Mai schauen. Denn natürlich können Unternehmen weiterhin die Daten ihrer Kunden sammeln, wenn sie diese den Regeln entsprechend verarbeiten. Nur werden sie von nun an mehr um die Gunst und das Vertrauen der Urheber buhlen müssen.

          Worum geht es? Konkret sieht die DSGVO vor, Bürgern mehr Rechte bei der kommerziellen Verarbeitung ihrer Daten einzuräumen und dadurch mehr Transparenz zu garantieren. So müssen Unternehmen, die die Daten ihrer europäischen Kunden verarbeiten wollen, künftig angeben, wozu diese benötigt werden und wann sie wieder gelöscht werden. Ferner müssen die erhobenen Daten in unmittelbarem Zusammenhang zu dem Grund stehen, aus dem Kunde und Unternehmen zusammengekommen sind. Juristensprache soll aus Datenschutzerklärungen gänzlich entfernt werden: Kurz und bündig zusammengefasst, sollen die Dokumente dem Urheber Aufschluss darüber geben, was mit seinen Daten geschieht.

          Markteintrittshürden für Spieleindustrie könnten wieder steigen

          Um diese Metadaten – also die Daten über die Datenspeicherung – zu verwalten, benötigen betroffene Unternehmen neue Management-Systeme um die Informationen den Urhebern bereitstellen zu können. Doch Kritiker argumentieren nun, dass die neue Verordnung vor allem kleine Entwicklerstudios der IT-Branche hart treffen werde. Denn um ihre Produkte weiterzuentwickeln, sind vor allem junge Entwicklerteams von Computer- und Smartphone-Spielen auf die Unterstützung ihrer Spieler angewiesen. Durch ihre Daten erhalten sie Rückmeldungen über Fehler, sogenannte Bugs im Spiel. Zudem können die Entwickler auf Basis von Spielerdaten die Vorlieben ihrer Kunden bei der weiteren Entwicklung berücksichtigen.

          Durch das rasante Voranschreiten der Informationstechnologie sind die Markteintrittshürden in der Spieleindustrie nahezu nicht mehr existent. Auf Online-Plattformen wie Steam können selbst kleine Entwicklerteams für wenig Geld ihre Produkte an eine breite Masse verkaufen. Viele dieser Programmierteams lassen ihre gesamte Verwaltung fremdbetreuen und beschränken sich lediglich auf die Entwicklung ihrer Software.

          Mit der Notwendigkeit eine Metadatenbank einzuführen, könnte sich das nun wieder ändern. Viele Entwicklerstudios teilen mit, von den neuen Anforderungen überfordert zu sein; einige von ihnen haben bereits die Einstellung des Spielbetriebs in Europa verkündet. So werden beispielsweise die Spiele „Super Monday Night Combat“ und „Ragnarok Online“ einen Tag vor Inkrafttreten der neuen Verordnung nicht mehr verfügbar sein, da ihre Fortführung laut den Entwicklern „nicht mehr lohnt.“

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