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Technologie schlägt Industrie : Das sind die wertvollsten Unternehmen der Welt

Mitarbeiter von Alibaba bejubeln im November in Shanghai die guten Umsätze des Unternehmens am sogenannten „Singles Day“ Bild: AFP

Apple bleibt der teuerste Börsenkonzern der Welt. Doch zwei chinesische Technologie-Schmieden haben in diesem Jahr die amerikanische Dominanz durchbrochen. Und auch das wertvollste deutsche Unternehmen stammt aus dem IT-Bereich.

          Nach all den Kursgewinnen dieses Jahres war es schon zu vermuten: Apple bleibt das teuerste börsennotierte Unternehmen der Welt. Zwar dominieren damit auch in diesem Jahr amerikanische Konzerne die Liste der gemessen an der Marktkapitalisierung wertvollsten Aktiengesellschaften des Planeten, doch chinesische Unternehmen drängen voran. Denn anders als im Vorjahr, als noch die zwölf größten Börsenwerte aus Amerika stammten, sind mit Tencent und Alibaba nun auch zwei chinesische Tech-Konzerne unter den ersten zehn zu finden.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Zudem zeigt sich deutlich, dass Technologie- und Internetkonzerne die Börsen mehr und mehr dominieren und die klassischen Industriebranchen zurückdrängen. Dies hat die Beratungsgesellschaft EY in einer Analyse der Marktdaten festgestellt. Denn in der Liste der Größten folgen Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook.

          Ein weiterer wichtiger Trend: Die teuersten 100 Konzern der Welt werden immer teuer. Ihr Börsenwert sei in diesem Jahr um rund ein Viertel auf inzwischen mehr als 20 Billionen Dollar gestiegen, heißt es von EY. Für den Aktienkurs von Apple ging es in diesem Jahr bislang um mehr als 40 Prozent aufwärts, die Aktien kostet aktuell rund 170 Dollar und erreichte im Dezember sogar ein Rekordhoch von 177,20 Dollar, der Börsenwert beträgt rund 876 Milliarden Dollar (736 Milliarden Euro). An zweiter Stelle folgt wie im Vorjahr, aber mit einem etwas größeren Abstand die Google-Muttergesellschaft Alphabet etwa mit 733 Milliarden Dollar und auf Rang drei Microsoft mit 661 Milliarden Dollar. Auf den Plätzen vier und fünf stehen in diesem Jahr Amazon und Facebook.

          Und erst auf Rang sechs folgt Berkshire Hathaway. Die Investmentholding von Warren Buffett war im Vorjahr noch auf dem vierten Platz zu finden. Dabei hat auch diese Aktiengesellschaft an der Börse um mehr als ein Fünftel im Wert zugelegt, doch die Kurse der Technologieriesen sind noch deutlicher gestiegen. Tencent und Alibaba aus China folgen auf den Plätzen sieben und acht. Im Vorjahr standen die beiden Konzerne noch auf den Plätzen 13 und 19, im Jahr davor noch weiter hinten. Denn die Börsenwerte des Internetunternehmens Tencent und des Onlinehändlers Alibaba haben sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt.

          Erst auf Platz neun folgt der amerikanische Pharmakonzern Johnson & Johnson. Das amerikanische Geldhaus JP Morgan liegt auf dem zehnten Rang und ist damit die an der Börse wertvollste Bank. Exxon Mobile, der bislang größte börsennotierte Ölkonzern der Welt, ist vom fünften Platz auf den elften gerutscht. Die Branche wurde insgesamt durch die niedrigeren Ölpreise unter Druck gesetzt.

          Das teuerste europäische Unternehmen bleibt der niederländische Energiekonzern Royal Dutch Shell mit einem Marktwert von 276 Milliarden auf Rang 17 (2016: 14). Die europäischen Top-Unternehmen seien deutlich weniger wert als die Konkurrenz aus Amerika und China und erreichten auch nicht deren Wachstumsraten, heißt es von EY.

          Insgesamt befinden sich unverändert 24 europäische Konzerne unter den 100 größten. Die untergeordnete Rolle Europas an den Weltbörsen erklärt Hubert Barth, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY in Deutschland damit, dass hier – anders als in Amerika und China – noch traditionelle Industriebranchen dominierten. Der digitale Wandel schreite in Europa noch zu langsam voran.

          Das wertvollste deutsche Unternehmen bleibt der Walldorfer Softwarehersteller SAP, in diesem Jahr steht es mit 135 Milliarden Dollar (rund 113 Milliarden Euro) Marktwert auf Rang 62, im Vorjahr waren es noch rund 104,5 Milliarden Dollar gewesen, aber Platz 60. Insgesamt befinden sich nun zusammen mit Siemens (Rang 72), Bayer (84), Allianz (85), BASF (89) und Volkswagen (94) immerhin sechs Unternehmen unter den 100 größten Unternehmen der Welt, wie auch schon im Vorjahr.  Trotz des Abgasskandals hat sich Volkswagen von Rang 113 kommend verbessert.

          Und was heißt das in der Gesamtbilanz? Nach den Daten von EY stammt mit 52 Unternehmen der 100 größten gut die Hälfte aus den Vereinigten Staaten. Im Jahr 2016 waren es noch 55. An zweiter Stelle folgen China beziehungsweise Hongkong mit aktuell 14 Unternehmen nach 11 im Vorjahr. Deutschland und Großbritannien folgen an dritter Stelle mit unverändert mit sechs Unternehmen.

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