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Schlaue Datenwolken : Das alles kann die Cloud

„Ich bin Deine Verbindung zur großen Welt“, Josie Pepper beantwortet am Flughafen München die Fragen der Passagiere und greift dabei auf die Cloud zurück. Bild: dpa

Die Cloud war mal eine Art riesige Lagerhalle für Daten. Doch sie ist – auch dank künstlicher Intelligenz – längst nicht mehr das, was sie einmal war. Für Unternehmen ein riesengroßer Fortschritt.

          Was man in der Cloud alles anstellen kann, lässt sich am besten an Josie Pepper sehen. Die kleine Roboterdame ist gerade testweise am Münchner Flughafen unterwegs und beantwortet die Fragen der Reisenden – so gut es eben geht. Jeder, der Pepper schon einmal gesehen hat – bei ihrem Erfinder IBM, als Assistentin an der Universität in Marburg, gar auf dem Weihnachtsmarkt in Frankfurt –, weiß, dass Pepper noch lernen muss. Sprache erkennen und Kontexte verstehen ist schwieriger, als einfach nur Wissen abzurufen. Aber es geht voran.

          Corinna Budras

          Redakteurin in der Wirtschaft und für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Pepper ist auch deshalb so interessant, weil der Roboter nichts anderes ist als das maschinengewordene Ergebnis einer schlauen Datenwolke, der sogenannten Cloud – nur eben auf Rädern und mit niedlichen schwarzen Augen. Denn alles, was Pepper kann und noch lernen wird, trägt sie nicht etwa mit sich herum, wie es früher anständige Roboter taten. Sie ist über W-Lan mit der IBM-Cloud verbunden, einem von mehr als 60 Rechenzentren des Unternehmens auf der ganzen Welt. Dort wird alles Gesprochene verarbeitet, interpretiert und mit den Daten des Flughafens verknüpft. Josie spricht mit den Reisenden auf Englisch und greift dabei nicht etwa auf fertige Satzbausteine zurück, sondern geht individuell auf die Fragen ein, verspricht IBM. In der Cloud sind alle Daten gelagert, die Pepper so braucht, ebenso Watson, die Künstliche Intelligenz von IBM, die sich auf viele Anwendungen übertragen lässt.

          Mehr als nur Datenlagerung

          Die Cloud ist längst nicht mehr das, was sie einmal war. Gestartet ist sie als eine Art riesige Lagerhalle für Daten aller Art, aber anders als der wolkige Name suggeriert, befindet sich die nicht etwa in luftigen Höhen, sondern in großen, teuren Rechenzentren überall auf der Welt. Besonders der Internetkonzern Amazon hat über seine Tochtergesellschaft Amazon Web Services (AWS) in den vergangenen zehn Jahren davon profitiert. AWS knöpft seinen Kunden viel Geld dafür ab, dass diese ihre Daten nicht mehr in Kellern auf eigenen Servern lagern, sondern in seine große, moderne Rechenfarmen schieben.

          Doch allein die Lagerung reicht nicht mehr aus. Inzwischen wird sie mit allerhand Diensten garniert: Software, Applikationen, auch Künstliche Intelligenz können die Kunden nun buchen. Sie machen die Daten der Unternehmen noch besser, noch nützlicher. Das ist in etwa so, als könnte man in einer großen Garage nicht nur seine teure Harley Davidson unterstellen, sondern sie gleichzeitig auch noch tunen lassen. „Die Cloud erlebt derzeit eine Transformation“, so formuliert es Paul-Henri Ferrand, verantwortlich für den Vertrieb von Google Cloud. „Bis vor zwei Jahren war die Cloud nichts anderes als eine Art Lagerhaus. Jetzt wird sie smart.“

          Umsatz lässt sich noch steigern

          Das macht aus einem soliden Geschäftsmodell einen riesigen Markt, den inzwischen viele erobern möchten. Einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge verwenden 65 Prozent der befragten Unternehmen Software, Speicher oder Rechenleistung aus der Wolke, weitere 18 Prozent diskutieren oder planen den Einsatz. Die Vorteile für die Unternehmen liegen auf der Hand: Sie brauchen kein eigenes Rechenzentrum mehr und müssen sich zudem nicht um Software oder den neusten Virenschutz kümmern. Auch zusätzliche Rechenleistung ist kein Problem mehr. Der Kunde kann sich Erweiterungen dazubuchen oder Kapazitäten abbauen, ganz wie er es gerade braucht. Abrechnet wird das, was auch genutzt wird. Das kann enorme Kosten sparen.

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