http://www.faz.net/-gqe-94fzu

Tech-Konferenz in China : „Wir verteidigen die Internet-Harmonie“

  • Aktualisiert am

In der Stadt Wuzhen ist gerade die „Welt-Internet-Konferenz“ der chinesischen Regierung. Bild: Reuters

Facebook, Google und Twitter sind gesperrt und viele andere auch: Peking blockiert und zensiert das Internet stark. Ein Regierungsmitglied erklärt, wieso das so ist.

          China will mit der Kontrolle des Internets die „Harmonie und Ordnung“ in der Cyberwelt sichern. Während der prominent besetzten Welt-Internet-Konferenz der chinesischen Regierung in der Stadt Wuzhen nahe Shanghai warnte der Vizeminister der staatlichen Cyberverwaltung, Ren Xianliang, vor den Gefahren und Störungen der sozialen Ordnung. Internetnutzer hätten heute mit sozialen Medien mehr Wege, um selbst Informationen zu verbreiten.

          Seine Behörde sehe es als ihre Aufgabe an, „die Internet-Harmonie zu verteidigen“. „Wir wollen ein gesundes Umfeld schaffen und die Heimat von Millionen von Internetnutzern schützen“, sagte der Vizeminister.

          China blockt und zensiert

          An der dreitägigen Konferenz, die zum vierten Mal stattfindet, nehmen rund 1500 Teilnehmer aus 80 Ländern teil. Erstmals dabei sind der Apple-Vorstandsvorsitzende Tim Cook und der Google-Chef Sundar Pichai. Cook sagte während einer Rede am Sonntag diplomatisch auch in Richtung seiner Gastgeber: „Das Thema dieser Konferenz – eine digitale Wirtschaft zu entwickeln für Offenheit und geteilte Vorteile – ist eine Vision, die wir bei Apple teilen.“

          Und er fügte hinzu: „Wir sind stolz darauf, mit vielen Partnern in China zusammen gearbeitet zu haben, um eine Gemeinschaft zu gründen, die an einer gemeinsamen Zukunft im Cyberspace teilhaben wird.“ Chinas Spitzenpolitiker Wang Huning, der im Ständigen Ausschuss des Politbüros für Ideologie zuständig ist, sagte während eines Treffens mit Cook, die Vereinigten Staaten und China sollten zusammenarbeiten, „um eine Gemeinschaft für eine gemeinsame Zukunft in der Cyberwelt zu schaffen“, wie die Organisatoren berichteten.

          Tatsächlich gibt es große Unterschiede im Verhalten der chinesischen Administration und westlichen Länder mit Blick auf die Kontrolle des Netzes. Peking sperrt beispielsweise soziale Netzwerke wie Facebook, den Kurznachrichtendienst Twitter, die Videoplattform Youtube und alle anderen Google-Angebote wie die Suche, Mail oder Maps. Auch die Online-Angebote von Qualitätszeitungen wie der „New York Times“ oder des „Wall Street Journal“ und eine Vielzahl China gegenüber kritischer Webseiten sind geblockt.

          Dafür sollen sich die großen chinesischen IT-Unternehmen um den heimischen Markt kümmern. Mit 750 Millionen Internetnutzern ist es der größte der Welt. Konzerne wie Alibaba, Baidu und Tencent sind quasi die chinesischen Äquivalente zu Amazon, Google und Facebook.

          Quelle: ala./dpa

          Weitere Themen

          Hongkongs virtueller Friedhof Video-Seite öffnen

          China : Hongkongs virtueller Friedhof

          Beerdigungen können im chinesischen Hongkong äußerst kostspielig sein. Ein Start-up bietet nun eine digitale Lösung, die deutlich günstiger ist.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Die französische Philosophin Elisabeth Badinter und die deutsche Publizistin Alice Schwarzer diskutieren in der Pariser Wohung Badinters.

          Islam und Antisemitismus : „In Cafés sitzen keine Frauen mehr“

          Kommt es durch die Einwanderung von Muslimen zum Erstarken des Antisemitismus? Und was bedeutet diese Diskussion für Feministinnen? Ein Gespräch zwischen der französischen Philosophin Elisabeth Badinter und der deutschen Journalistin Alice Schwarzer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.